Nachfolgend die Staffelkritiken, wie ich sie damals erstellt habe.
Staffel 1:
Man muss der Serie etwas Zeit geben, bis sich die Handlungsstränge und die Figuren voll entfalten können. Zunächst wirkt alles wie vom Reissbrett - Zwei völlig überzeichnete Hauptcharaktere, viel Sex und Gewalt. Aber die Geschichte ist wirklich fesselnd und wendungsreich. Und das hebt die Serie von anderen Crimedramen ab. Auch gelegentliche Gewalt-Exzesse (müsste eigentlich ne FSK18-Serie sein) werden die Gore-Fans begeistern. Inszenatorisch wirkt alles manchmal etwas altbacken und kommt etwas billig daher; auch der Vorspann schreckt etwas ab. Wer aber dran bleibt, wird mit einer exquisiten Crime-Saga beglückt, die durchweg spannend ist und durch eine sehr interessante Figurenentwicklung besticht.
Staffel 2:
Staffel zwei erzählt eine völlig neue Geschichte, der Wechsel der Hauptakteurin zum FBI bleibt unglaubwürdig, wie eigentlich auch die komplette Geschichte die hier erzählt wird. Man geht etwas mehr auf die privaten Probleme der Heldin ein, Gewalt und Sex werden deutlich zurückgefahren. Figuren aus Staffel eins tauchen selten auf, einzelne Handlungsstränge bleiben offen. Insgesamt die schwächste Staffel der Serie, die aber wichtig ist, weil sie eine neue Hauptfigur einführt und deren Motivation in späteren Staffeln erklärt.
Staffel 3:
Die Serie findet zu alter Form zurück, auch wenn sie jetzt was völlig neues erzählt: Verschiedene Handlungsstränge die dann zusammenlaufen. Charismatische Darsteller und eine packende Geschichte, die immer wieder neue Wendungen bietet. Eigentlich zwei Staffeln in einer, deshalb auch doppelt so viel Folgen. Viel Geballer und Hochspannung pur. Richard Schiff als teuflischer Anwalt ist ne Wucht, leider ist die deutsche Synchro völlig daneben. Aber ansonsten wirklich alles gut gemacht...
Staffel 4:
Man will gar nicht wahrhaben, dass jetzt Schluss sein soll, denn mit dieser Staffel haben die Macher eine Weltklasse-Leistung hingelegt. Super packend, spannend, actionreich, gewalttätig. Einfach nur geil! Es ist zwar etwas unglaubhaft, dass unser Held zufällig in eine Verschwörung gerät, die Story ist aber absolut packend und spannend. "Blacklist" kann getrost einpacken..
Na vielleicht entscheiden sich die Macher ja doch noch für eine Fortsetzung. Ich fände es schön, denn ich habe gerade Cole Hauser liebgewonnen. Null Talent, aber irgendwie doch Charisma.
Nachtrag:
Letztendlich ist "Rogue" ein Geheimtip. Hat niemand auf dem Zettel, leider zu Unrecht. Wer auf Crime-Sagas mit Verschwörung steht, kommt hier nicht dran vorbei. Und Cole Hauser hats mittlerweile auch geschafft: Mit Yellowstone zum Superstar aufgestiegen...