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„Bloody Buddies"

„2 Guns" - zu Deutsch „2 Pistolen" - klingt nach einem guten alten B-Western. Und ganz so verkehrt ist diese Assoziation tatsächlich nicht. Zwei kernige Typen, die mit dem Mundwerk ebenso flott sind wie mit der Waffe, legen sich mit Gott und der Welt - in diesem Fall einem mexikanischer Drogenbaron, der CIA und einem US-Flottenstützpunkt - an und bleiben dabei stets Herr der chaotischen Lage.

Diese Lässigkeit angesichts eines übermächtigen Gegners und einer ausweglosen Situation ist klassischer Westernstoff. Das staubige Setting des amerikanisch-mexikanischen Grenzgebiets passt dabei ebenso gut ins Bild, wie ein Cowboy-behüteter CIA-Strippenzieher. 
Gut und Böse sind dementsprechend sauber voneinander getrennt. Die dahingehend „eingebauten" Twists sind nicht der Rede wert und auch gegen den Wind meilenweit erschnupperbar. Dass die beiden vermeintlichen Bankräuber eigentlich ganz dufte Kerle sind, dürfte dann auch nur diejenigen überraschen, die noch nie einen Film mit Denzel Washington oder Mark Wahlberg gesehen haben.

Natürlich ist die Story von zwei Undercover-Agenten, die von ihren jeweiligen Brötchengebern auf den schmierigen Drogenfürst Papi Greco (Edward James Olmos) angesetzt und dabei simultan verladen werden, nicht sonderlich originell. Sie ist obendrein nicht gerade eine Blaupause für Plausibilität, Logik oder Realismus. Die aus allen Poren quellende Selbstironie und durchgängig tonale Flapsigkeit erstickt diese Störfeuer aber von Beginn an im Keim und sorgt für launige Männerunterhaltung der etwas derberen Art.

Wahlberg - der mit „Die etwas anderen Cops" und „Ted" ja schon mal kräftig üben durfte - und Washington haben sichtlich Spaß am gemeinsamen Herumblödeln mit Waffen und wirken dabei durchaus ansteckend auf den geneigten Zuschauer. Die bei solchen Buddy-Komödien essentielle Chemie ist keineswegs selbstverständlich und kann es durchaus mit solchen Referenzduos wie Gibson-Glover („Lethal Weapon"), oder Murphy-Nolte („48 Hours") aufnehmen.  

Der Isländer Baltasar Kormakur arbeitete nach „Contraband" binnen kurzer Zeit bereits zum zweiten Mal mit Wahlberg, schaltet diesmal aber in einen deutlich entspannteren Modus als bei seinem etwas angestrengten Hollywood-Debut. Explosionen, Schießereien, Prügeleien und Frotzeleien wechseln sich in schöner Regelmäßigkeit ab und versorgen bzw. überdecken den dünnen Plot mit den nötigen Knalleffekten. Das ist in der Summe wohl temperiert, gut getimt und kompetent inszeniert. Als galliges Topping gibts dann noch ein zwei böse Tiefschläge in Richtung Rednecks und CIA.

Die „2 Guns" sind letztlich nichts weniger als eine lässig aus der Hüfte geschossene Reminiszenz an die großen Vorbilder aus den goldenen 1980er Jahren. Wer diesen Filmen etwas abgewinnen kann, sollte auch die zwei Pistolen nicht im Holster lassen. Ganz nebenbei bekommt er dabei auch noch eine neue Variante des russischen Roulettes, die mexikanische Version des beliebten Tontaubenschießens sowie den lange vermissten Bill Paxton als Schmierlappen-König geboten.
Das „B"-Signum hat sich dieser Film jedenfalls mehr als verdient, was durchaus als Kompliment gemeint ist. Denn hier geht es nicht um „billig" oder „Zweite Wahl". Washington und Wahlberg geben im besten Sinn zwei ganz böse Buben - „two bloody buddies" - und dürfen sich deshalb auch mit einem Doppel-"B" schmücken.   

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