kurz angerissen*
erstmals veröffentlicht: 10.05.2014
Kormákur führt nach "Contraband" seinen soliden, aber etwas nichtssagenden Stil fort und liefert eine weitere akzeptable Räuberpistole, die in etwa den erzählerischen Gehalt einer einzelnen Mission aus einem GTA-Spiel hat, ohne aber über dessen Komplexität im Ganzen zu verfügen. Diese Gauner sind einfach nur eindimensionale Figuren, die auf einem festgesteckten Brett von einem Feld zum anderen geschoben werden. Geändert hat sich vor allem die Tageszeit - statt nächtlicher Szenen bekommen wir jetzt eben sonniges Tageslicht mit Mexiko-Grenzzollflair und einer dazu passenden Klientel. Was wohl auch der Grund ist, weshalb Denzel Washington den Cast bereichert, der ja tendenziell gerne in "sonnigen" Filmen mitspielt. Er passt einfach gut ins Ambiente. So darf er auch wieder seinen Strohhut mit Sonnenbrille und Kinnbart tragen, und Wahlberg macht einfach da weiter, wo er in "Contraband" aufgehört hat.
War das Highlight im Vorgängerfilm eine Schießerei nach rund zwei Dritteln, muss man diesmal schon bis zum Finale ausharren. Bis dahin gibt es jede Menge Gepose unter Erwachsenen - Edward James Olmos spielt den Gangsterpapi mit unorthodoxen Methoden, James Marsden lässt als schleimiger Militär seine Beziehungen spielen (und hätte so auch gut in einen neuen A-Team-Film gepasst), Wahlberg bringt mit seinen Schießkünsten seine Anti-Tierqual-Message effektiv unters Handlanger-Volk und vor Denzel hat man ja per se schon Respekt. Die von zwei Gegnerseiten zusammengescheuchte Buddy-Konstellation ist ganz nett, aber nun auch wieder nicht wirklich was Neues. Sämtliche Details sind alsbald vergessen und man weiß nur noch, dass das der Film war, wo so viel Geld durch die Luft fliegt. Das Cover ist da eine nette Erinnerungsstütze.
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