"Bonjour". Das ist das einzige Wort, was in dem ersten Langfilm Luc Bessons gesprochen wird! Und selbst dieses eine Wort ist kaum zu verstehen ... der Grund dafür: Bei einem globalen GAU sind unter anderem auch die Stimmbänder der (überlebenden) Menschen verletzt worden. Sie sind nur noch zu Krächz- und Röchellauten fähig.
"Le Dernier Combat" ist neben "Mad Max 2", "12 Monkeys", "Matrix 1" und "Delicatessen" einer der besten Einträge zum Thema "Die Erde nach dem Armageddon".
Nach der nicht näher erklärten finalen Katastrophe ist die Erde größtenteils verwüstet - es gibt nur wenige Überlebende. Banden machen das ohnehin schwierige Leben noch gefährlicher: Da Essen und (vor allem) Wasser kaum vorhanden sind machen die ziemlich verwildert aussehenden Menschen gegenseitig Jagd aufeinander. Freundschaft scheint es nicht zu geben - wenn sich zwei oder mehrere zusammenfinden, dann nur, weil sie dann mehr Chancen haben an die raren Rohstoffe heranzukommen.
Pierre Jolivet spielt einen Einzelkämpfer, der sich tapfer gegen eine Gang behaupten muss, bevor er mit einem selbstgebauten Fluggerät aus einem verfallenen Gebäude in der Wüste vor dieser Bande flüchten kann. Er landet in einer völlig zerstörten Stadt. Weil er sich dort einigermaßen sicher fühlt, beginnt er, es sich in einer verfallenen Bar gemütlich zu machen (der einzige trinkbare Stoff ist harter Alkohol, mit dem er sich aus Durst erst einmal bis zum Umfallen vollaufen läßt. Nach einigen Tagen des Herumstreunens in der Stadt entdeckt er, dass noch zwei andere Menschen sich eingerichtet haben: auf der einen Seite Jean Reno, der offenbar bei der Katastrophe einen kleinen Knacks abbekommen hat und dessen einziges Ziel das Abschlachten der restlichen Artgenossen ist, und auf der anderen seite Jean Buise, der einen künstlerisch interessierten Arzt spielt. Mit letzterem freundet sich Pierre Jolivet an. Bald findet Jolivet heraus, dass der Arzt eine Frau gefangenhält, und verliebt sich in sie. Es kommt zu einem letzten Kampf ...
Le Dernier Combat ist ein großartiger Film -- mit einem Abstrich: Der Soundtrack passt die meiste Zeit wirklich gar nicht! Man hätte die Musik etwas subtiler einsetzen können meiner Meinung nach.
Nun ja - abgesehen davon finde ich den Film aber wirklich phantastisch!
Großartige Schauspieler (Die Besson-erfahrenen Jean Reno (in einer seiner ersten größeren Rollen) und Jean Bouise; ein großartiger Fritz Wepper in seiner Derrick-Hochphase - als Bandenchef knabbert er am liebsten an abgehackten Fingern herum!...), hervorragende Kameraarbeit, eine schön-skurril-absurde "Geschichte"...
LDC ist ein visuell stark beeindruckender Film, der vielleicht nicht eines jeden Sci-Fi Fans Tasse Tee ist. Meine schon: Ästhetisch an Tarkowskij erinnernd, vereint dieser Film die Skurrilität von Jean-Pierre Jeunets Filmen mit der MadMax'schen Apokalypse!
Diesen Film kann ich nur weiterempfehlen!
9 Punkte (ein Punkz Abzug wegen schlechtem Sountrack).