Ein Zahnarzt nimmt seine neue Bekanntschaft zu seinem Landhaus am See mit, zunächst scheint sie auch begeistert, zumindest von seiner schicken Corvette. Als die motorkundige Diane auch mal ans Steuer darf und "einen heißen Reifen fährt" kommt es auf der Landstraße zu einer Auseinandersetzung mit einer Clique von Halbstarken in ihrem nicht minder PS-strotzenden Gefährt. Die Frau am Steuer gewinnt das wilde Rennen, für die Rocker abseits im Graben ist das Grund genug, Rache für diese Schande zu nehmen. Derweil plagt sich Diane schon genug mit Doc Harry, einem Aufschneider und Playboy sondergleichen herum, der unter der Prämisse, eine Party zu veranstalten, das Model mit eindeutigen Absichten in sein großzügiges Domizil lockte. Statt der von ihr erwarteten Gäste trudeln schließlich die Freaks von der Straße ein und terrorisieren die beiden. Was sich eingangs bereits als ausgiebige Beschreibung deren asozialen Verhaltens gegenüber allen Mitmenschen äußerte, mit einem übel gelaunten Don Stroud ("Perdita Durango") in der Leader-Position des Lep, wird zu einem ausgemachten Terrorstreifen, woran Regisseur William Fruet von Anfang an keinen Zweifel lässt. Dennoch ist die "Party Des Grauens" kein reines Rip Off des wenige Jahre zuvor gedrehten Schockers von Wes Craven ("Last House On The Left") etwa, obwohl thematisch und mit seinem Alternativtitel "House By The Lake" sehr ähnlich, sondern ein in der Rollenverteilung in seiner Zeit womöglich einzigartiges Filmchen des Rape & Revenge Subgenres. Die Vergewaltigung von Diane steht nicht allein im Fokus dieses rabiaten Schmuddelfilmes, sondern dient einem der augenscheinlichen Punkte, an denen die weibliche Figur sich nicht in der Opferrolle ergibt, sondern auf jede ihr angetane Pein ein cleveres Rezept aus dem Ärmel schüttelt. So bleibt auch offen, ob der Akt vollzogen oder durch ihre Reaktion auf den Täter durch diesen abgebrochen wird. Der Charakter ihres vermeintlichen Partners entpuppt sich nicht nur für sie als rechter Unsympath sondern auch für den Zuschauer als egoistischer Schlappschwanz, dessen Wertvorstellungen rein materialistisch geprägt sind. Die mehr als ausgebreitete vandalenartige Zerstörung seines von ihm nur allzu oft als teuer angepriesenen Mobiliars wirkt wie eine grobe Demontage des gehobenen Mittelstandes, die die triebgesteuerten, ungebetenen Gäste dem bürgerlichen Prahlhans exemplarisch und mit roher Gewalt um die Ohren hauen. Doch nicht nur die Villa wird Stück für Stück zerlegt, mit zunehmender Dramatik und einem gelungenen Spannungsbogen steht schließlich das blanke Überleben im Vordergrund, als die Situation vollends eskaliert und zu einer Menschenjagd bis aufs Blut zwischen den ausgenommen schmierig wirkenden Bösewichten und der durch und durch toughen Heroine wird. William Fruet ("Trapped - Die Tödliche Falle") versteht es, einen packenden Thriller zu inszenieren, der sich trotz seiner genretypischen Versatzstücke nicht auf eine plagiatorische Aneinanderreihung zurückzieht. Für seine Zeit, das sei auch noch erwähnt, geizt dieser Streifen nicht gerade mit Gewaltdarstellungen. Leider ein recht unbekannter Terrorfilm, dem eine DVD-Auswertung hierzulande zu wünschen wäre.
Fazit: Ein allemal sehenswerter Terrorfilm in reinster Form und weithin unterschätztes Kleinod mit grimmiger Grundstimmung, soweit das Auge reicht. 7/10 Punkten