Es hätte so schön werden können: ein ruhiges, romantisches Wochenende auf dem Lande, altes Anwesen und idyllischer See inklusive. Besitzer besagten Anwesens ist der reiche Zahnarzt Harry (Chuck Shamata), der das abgelegene Landhaus als Liebesnest nutzt und mit seiner neuen Bekanntschaft, dem Model Diane (Brenda Vaccaro), ebendort ein heißes Wochenende zu verbringen gedenkt. Schon auf dem Weg dorthin gibt es allerdings ein unschönes Zusammentreffen mit vier einfach aber aggressiv gestrickten Landeiern, das damit endet, daß die Primitivlinge mit ihrer aufgemotzten Karre im Teich landen. Da zu diesem Zeitpunkt Diane die Corvette des Herrn Doktor steuerte, ist der männliche Stolz der Hinterwäldler mehr als nur angekratzt. Besonders dem Fahrer und Anführer des Quartetts, Lep (Don Stroud), geht es derart gegen den Strich, von einer Frau "besiegt" worden zu sein, daß er nur noch an eines denken kann: es der Schlampe heimzuzahlen! Unterdessen bemerkt Diane, welches Arschloch sie sich mit Harry angelacht hat (der Schmierlappen photographierte sie u. a. beim Duschen) und bringt den Haussegen in Schieflage. Aber es kommt noch wesentlich dicker, als die vier Rednecks das Pärchen aufspüren, sich im Haus breit machen, und die Party des Grauens steigen lassen. Den Rest bringt der nicht gerade subtile Werbespruch schön auf den Punkt: "It began with a rape. It ended with a massacre!"
Dieses von Ivan Ghostbusters Reitman produzierte, auf einer wahren Geschichte basierende Exploitation-Movie ist nicht mehr und nicht weniger als ein billiges Cash-In zu Sam Peckinpahs Straw Dogs (1971) und Wes Cravens The Last House on the Left (1972), ohne jemals die Klasse bzw. Intensität dieser Genremeilensteine erreichen zu können. Death Weekend hechelt seinen Vorbildern routiniert und gefällig, aber relativ inspirationslos (und auch etwas zu zahm) hinterher und schafft es leider nicht, eine emotionale Bindung zu den Hauptfiguren aufzubauen, obwohl die Schauspieler ihre Sache keinesfalls schlecht machen. Brenda Vaccaro ist gut als die starke Frauenfigur (übrigens alles andere als ein Klischee-Model), die so einiges durchmachen muß, bevor sie die Initiative ergreift und zurückschlägt. Chuck Shamata überzeugt als der gutaussehende, oberflächliche Arzt, dem Geld und Besitz wichtiger sind als alles andere. Und Don Stroud kommt in seiner Rolle als sadistischer Psychopath schön bedrohlich rüber. Seine Kumpel hingegen (Richard Ayres, Kyle Edwards und Don Granberry) sind eindimensionale Abziehbilder aus dem Buch für Abschaum und dementsprechend stark überzeichnet. Als Zuschauer wünscht man dem debilen Pack natürlich alles Schlechte an die dreckigen Hälse, aber das war es dann auch schon, zu mehr fehlt es den Figuren einfach an Tiefe. Der Racheteil gegen Ende (inklusive einem tollen Feuerstunt) ist definitiv das Beste am Film. Zwar bemüht sich William Fruet bei den vorangehenden Psycho- und Machtspielen um Suspense, doch dieser will sich leider nur bedingt einstellen. Ob Meir Zarchi den Film gesehen hat, weiß ich nicht. Aber zwei Jahre später zeigte er mit I Spit on Your Grave, wie man solch einen Stoff drastisch, konsequent und denkwürdig umsetzt. Death Weekend ist beileibe kein schlechter Film, aber er ist einfach nicht gut genug, um aus diesem vielbeackerten Feld herauszustechen. Schade. Der im Jahre 1933 geborene Kanadier William Fruet ist seit Anfang der 1970er Jahre im Filmgeschäft tätig. Seine Arbeiten in den Genres Horror und Exploitation brauchen sich nicht zu verstecken, auch wenn es zum Klassiker nie gereicht hat. Immerhin finden sich in seiner Filmographie solch nette Filme wie Cries in the Night (1980), Trapped (1982), Spasms (1983; hierzulande auf den Namen Avanaida - Todesbiss der Satansviper getauft) und Blue Monkey (1987).