Brave Stadtbewohner, ein Zahnarzt und seine Bums-Bekanntschaft, werden beim Urlaubmachen am Land von rüpelhaften Rockern überfallen und in ihrem eigenen Landhaus als Geisel gehalten. Was als Spaß gebinnt, wird bald blutiger Ernst...
Kennt jemand zufällig den ollen Nazi-Exploitationer MAD FOXES aka STINGRAY 2, von dem der Legende nach ja gar kein erster Teil existieren soll? Ich glaube, ich habe ihn gefunden, den sagenumwobenen Erstling!
Ne, Käse! Dennoch weist PARTY DES GRAUENS anfangs verblüffende Ähnlichkeiten zu dem sinnlosen Trashklassiker auf: die Rockerbande, die heißen Öfen, der feine Pinkel mit der sexy Beifahrerin, die Verfolgungsjagden mit anschließenden Karambolagen. Nachdem die ersten Reibereien zwischen Rockern und den wohl gesitteten Städtern ausgetauscht sind, geht der Streifen aber schnell in eine ziemlich fiese LAST HOUSE ON THE LEFT- oder STRAW DOGS- Stimmung über. Die raudihaften Rocker überfallen das Pärchen in ihrem ländlichen Liebesnest, demolieren die Einrichtung, schrotten das teure Schnellboot, rauchen die Bude voll und zwingen die verschreckten Stadtmenschen zu üblen Spielchen. Der Film dreht schließlich die Daumenschrauben des Zuschauers immer fester und gipfelt schließlich in einem fiesen Rape & Revenge-Finale, das sich echt gewaschen hat.
Der Dorftrottelfaktor und der Degeneriertheitsgrad sind hoch. Die bei den Eiern packende Fiesheit ist gegeben. Und dennoch kommt PARTY DES GRAUENS nicht an die Klasse von STRAW DOGS, I SPIT ON YOUR GRAVE oder BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE heran. Und das aus den folgenden Gründen: Der Plot ist zu platt erzählt, zu wenig Tiefgang, beinahe null Emotion oder persönliche Anteile der Charaktere. Dann wird für meine Verhältnisse ein bisschen zu unkritisch, zu unselbstreflektiert, zu selbstverständlich von den fiesen Neckereien zum tödlichen Ernst übergegangen. Da fragt sich keiner der Rocker, ob das nun alles so rechtens ist, ob das nun nicht eine Gangart zu hart ist.
Das kleine Quäntchen zum anspruchsvollen Metzelfilmchen fehlt PARTY DES GRAUENS also. Ansonsten ist der Streifen aber gut spannend. Nur allzu viel Hirn sollte man eben nicht erwarten.
Erwähnenswert noch: Produziert wurde der Film von Ivan Reitman, der später sowohl als Produzent, als auch als Regisseur ziemliche Erfolge einheimste, siehe z.B. GHOSTBUSTERS 1 + 2, TWINS und JUNIOR.
“Lauf Harry, sonst schieß ich dir die Zähne einzeln aus!”
Fazit:
STINGRAY 2 ohne Nazis. STRAW DOGS in platt und doof. Mit verhältnismäßen soften Rape & Revenge-Einschlägen garniert. Taugt.