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Ein einsamer Held an Weihnachten in einem Bürogebäude? Nein, es ist kein Aufguss von "Stirb langsam", sondern eine britische Zombiekomödie aus dem Independentbereich, bei der sich der Autor die Hauptrolle selber auf den Leib geschrieben hat. Allzu viele Einfälle scheinen Dan Palmer jedoch nicht in den Sinn gekommen zu sein, denn nach 75 Minuten setzt bereits der Abspann ein, während eine Handvoll Gags gerade mal für eine lockere Stimmung sorgen.

Am Vorweihnachtsabend landet Hausmeister W.C auf der öffentlichen Damentoilette, während die Weihnachtsfeier im Gebäude noch in vollem Gang zu sein scheint. Als zwei leicht bekleidete Damen den Raum betreten, versteckt sich W.C in einer Kabine und muss mit Entsetzen beobachten, wie eine die andere beißt. Kurz darauf ist der Mann von Zombies umlagert...

Tatsächlich spielen sich rund 95 Prozent der Handlung in nur einem Raum ab, was zunächst nicht viel Hoffnung auf Abwechslung schürt. Dennoch vermögen die ersten Maßnahmen des Nerds zu unterhalten, als ein Schild zweckentfremdet wird, die Klobrille als Waffe dient und ein Notruf bei der Polizei zur makaberen Bestätigung der skurrilen Umstände wird. Als sich nach geraumer Zeit jedoch eine weibliche Stimme zwei Kabinen weiter meldet, rückt das Geschehen deutlich vom eigentlichen Kern ab.

W.C und Evie (welche man die ganze Zeit nicht zu Gesicht bekommt) tauschen ein paar Erfahrungen über Weihnachten aus, reden über Beziehungen zu Eltern und Relationen unter Arbeitskollegen, während die Zombies phasenweise zu sehr in den Hintergrund rücken.
Zwar wird kurz eine Leiter ausgelegt, um an einen Werkzeugkasten zu gelangen, doch auf Dauer mangelt es deutlich an Actioneinlagen, Konfrontationen und vor allem kreativen Einfällen.

Gorehounds erhalten indes kleinere Gewalteinlagen, doch von einem Splatterfest ist man weit entfernt, da bis auf Schraubenzieher im Mund, abgetrennte Fingerkuppen, angedeuteten Halsbiss und Hammer in der Stirn schlichtweg nicht mehr auszumachen ist. Die Effekte sehen zumindest recht ordentlich aus und auch der simpel gestrickte Score treibt über weite Teile ordentlich an, nur das Make-up der Infizierten ist ein wenig zu einheitlich und schlicht ausgefallen, auch wenn Zombies in diversen Weihnachtskostümen kleinere Schmunzler erzeugen.

Ansonsten sorgt eine versaute Weihnachtsgeschichte für eine makabere Pointe, mit einer kurzen Tanzeinlage sinkt das Niveau kurzfristig in den Keller, während W.C als Tollpatsch und vermeintliches Muttersöhnchen zumindest die Sympathien auf seiner Seite hat und Dan Palmer mit einiger gut gespielter Situationskomik die lockere Laune aufrechterhält.

Am Ende bleibt "Stalled" eine eher harmlose Komödie in minimaler Umgebung, die ihr Pulver überwiegend im ersten Drittel verschießt. Spannende Auseinandersetzungen bilden Mangelware, bizarre Momente sind an einer Hand abzuzählen und obgleich die eine oder andere Idee recht nett gemeint ist, hapert es zuweilen am entsprechenden Timing und den schauspielerischen Leistungen der Zombiedarsteller.
Immerhin, - bei Zombies auf dem Damenklo hätte das Niveau auch weit unterhalb der Gürtellinie angesiedelt sein können, doch von plumpen Einlagen bleibt man weitestgehend verschont.
5 von 10

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