Wer an das deutsche Nachkriegskino denkt, denkt in erster Linie an fesche Förster, röhrende Hirsche, Alpenpanorama und viel Friede, Freude, Eierkuchen. Kaum zu glauben, dass ausgerechnet wir Teutonen es waren, die mit zwei legendären Werken die Wegbereiter für das spätere Exploitation-Kino sind: "Die Nackte und der Satan" sowie dieses Vehikel hier, das die eindeutig humorvollere Variante darstellt. (Übrigens die ersten beiden deutschen Horrorfilme seit den 30ern...).
Die Story - insofern vorhanden - handelt von einer Gruppe Tänzerinnen, die mit ihrem Macho-Manager Gary vor einer einsamen Insel abstürzt. Das paradiesische Eiland entpuppt bald als "nice place to be". Auch ein Wissenschaftler in einem Netz aus Hanfseil (soll ein Spinnennetz sein, daher der Titel) hält die Mädels nicht davon ab, sich den Sonnenseiten des Lebens hinzugeben. Erst als Gary von einer Riesenspinne gebissen wird und sich in einer monströses Werwolf-ähnliches Etwas verwandelt, wird´s so richtig heiß im Paradise...
Vor allem für das spätere Nudistenkino wie es beispielsweise von Doris Wishman zelebriert wurde, war "Ein Toter hing im Netz" ausschlaggebendes Beispiel. Gerechterweise muss man hinzufügen, dass es im ganzen Film keine Nudies gibt, sondern lediglich einpaar deutsche Fräuleins in Badeanzügen und Bikinis (unter anderem die dralle Barbara Valentin). Das Monster ist - wie schon erwähnt - eher Wolf statt Spinnenviech und auch der gigantische Achtbeiner reizt eher zum Lachen als zum Fürchten. Selbst Leute mit Arachnophobia werden nach Konsum dieses Streifens kaum eine schlaflose Nacht haben...
Die meiste Zeit verbringen die Damen eh damit, zu baden, bzw. der Zuschauer damit, diese bei ihren Wasserspielen zu beobachten. Mit zwei Seemännern wird eine ausschweifende Party gefeiert, untereinander ein Catfight geliefert, unterbrochen von einpaar kurzen Gruselparts. Arg spannend ist das alles nicht, dafür von schier unbändigem Charme, Exploitation so richtig zum Liebhaben.
Im Englischsprachigen würde man sagen "a classic of its own" und genau diese Floskel trifft den Nagel auf den Kopf. 7 Punkte mit Tendenz zur 8 für diesen charmanten Schinken!