Review

Wer in Deutschland nicht gerade Kinofilme mit/von/durch Til Schweiger produziert, hat es beim Publikum immer schwer und besonders im düsteren Bereich ist da seit einigen Jahren nicht wirklich viel passiert. Regieneuling Thorsten Klein tendiert mit seinem Streifen in Richtung Mystery-Thriller, stolpert dabei jedoch über zu große Ambitionen und den damit verbundenen Logiklöchern.

Daniel und Elli kennen sich per Internet und wollen sich zum Geocaching verabreden. Ihre jeweiligen Begleitungen Thomas und Jessica verfolgen die Schatzsuche per GPS eher mit Widerwillen, welche sie in ein militärisches Sperrgebiet im Pfälzerwald führt. Als auf einem verlassenen Campingplatz ein Mann im Strahlenanzug auftaucht, ignorieren sie zunächst seine Warnungen, das Gebiet möglichst schnell zu verlassen...

Das so genannte Projekt "Haarp" gab es tatsächlich irgendwann in Alaska, während es zu Zeiten des Kalten Krieges irgendwelche Experimente der Amerikaner im Pfälzerwald zu verzeichnen gab, was entsprechend vage Vorgaben für die Erzählung darstellen.
Diverse Einblendungen zu Beginn offenbaren bereits den Kern der Bedrohung: Elektromagnetische Strahlen, die sich in konzentrierter Form auf Elektronik, als auch die Gesundheit der im Sperrgebiet befindlichen Personen auswirken.

Jene sind zwar eher oberflächlich gezeichnet, doch mit Prolet Thomas und seinen unterirdischen Sprüchen kommt zumindest etwas Stimmung in die Bude, während Daniel ein wenig zu ruhig daherkommt, um sich mit einer Sache wie Geocaching intensiver zu befassen und im Verlauf zum Helden zu mutieren, der beim Anblick von kleinen Insekten bereits die Fassung verliert.

Der in 3D gedrehte und mit Dolby-Atmo unterlegte Streifen offenbart bereits nach kurzer Zeit ein recht sicheres Handwerk, was primär in der ersten halben Stunde eine unbehagliche Atmosphäre schürt. Der angrenzende See, eher ein Tümpel, die verlassenen Wohnwagen, die Einsamkeit und die ignorierten Warnschilder schüren durchaus eine beklemmende Stimmung, welche mit der Angst vor dem Unsichtbaren einhergeht. Mit dem Auftauchen des Strahlenmannes verpufft diese Wirkung jedoch im Nu.

Denn ab da versucht die Erzählung zuviel zu erklären, doch man verstrickt sich in Widersprüche und Ungereimtheiten. Figuren tauchen unter und an schwer zugänglichen Orten wieder auf, Strahleneinwirkung zeigt nach Minuten bereits übelste Symptome des sich ankündigen Dahinsiechens, während militärisches Sperrgebiet nur durch Draht abgeriegelt ist und der Zugang zu einer immens wichtigen Schaltzentrale aus einem simplen Zahlencode besteht. Nicht zu vergessen: Skurrile Wetterphänomene und willkürlich verrückt spielende Elektronik.

All dies wird zumindest nicht gänzlich lahm vorgetragen und auch die Jungmimen bemühen sich um Authentizität, obgleich ihnen einige plumpe Dialoge schwere Steine zwischen die Beine schmeißen. Der Score trägt zwar ein wenig zu dick auf und auch die Soundeffekte sind zuweilen ein wenig drüber, doch die Sounduntermalung geht insgesamt in Ordnung, nur die 3D-Effekte fallen zu selten ins Auge.

Unterm Strich bietet Kleins Regiedebüt ein technisch solides Werk mit einer originellen Grundidee, brauchbaren Figuren und einer okayen Ausstattung, doch an Spannungsmomenten und einer sauberen Ausarbeitung des Drehbuches hapert es mitunter gewaltig.
Nicht gänzlich uninteressant, doch zuweilen schlicht zu hanebüchen und mit leichten Durchhängern auch insgesamt ein wenig zu lang geraten.
5,5 von 10

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