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Brent Magna ist ehemaliger Rennfahrer und kann vor allem eines besonders gut: Sein Fahrzeug mit waghalsigen Manövern schnell von A nach B bringen. Das bringt zugleich auch einige Verbrecher auf den Plan, denn ganz unverhofft erhält er an diesem Morgen einen Anruf von einem unbekannten Mann. Seine Frau wurde von diesem entführt und Brent soll fortan seinen Anweisungen folgeleisten. Dazu zählt insbesondere einen parkenden Ford Mustang zu stehlen, an dessen Innen- und Außenbereiche zahlreiche Kameras integriert sind. Mittels Freisprecheinrichtung schickt der unbekannte Anrufer den Fahrer durch völlig durchgeknallte Aktionen, bei denen er sich selbst und auch seine Mitmenschen gefährdet. Ein einziger Verstoß gegen diese Anweisungen könnte zugleich den Tod der Ehefrau bedeuten.

Getaway dürfte eigentlich der Himmel auf Erden für die Liebhaber von gezähmten Pferdestärken sein. Fast and the Furious ist zu lahm? Dann willkommen in Bulgariens Hauptstadt Sofia (da läßt sich bekanntlich ja noch billig drehen). Allerdings haben die Macher da zwei Dinge nicht beachtet. Wenn man irgendwann zum dutzendsten Male Brents fleckige Stiefelspitze gesehen hat und Zeuge der tätowierten Hand am Schaltknüppel wurde, wenn sich zum x-ten Mal ein Polizeiauto überschlägt und in den Asphalt oder parkende Autos bohrt, dann bekommt der Zuschauer auf Dauer doch gewisse Ermüdungserscheinungen.
Schlimmer fand ich allerdings noch den Einbau der extrem nervigen Kindfrau auf dem Beifahrersitz, die vom Computer-Hacken, Wagen frisieren und auch sonst altklug daher schwätzen alles kann, außer mal eine Minute die Klappe zu halten. Keine Ahnung ob hier Selena Gomez in eine Action-Karriere eingeführt werden sollte, aber man nimmt ihr die Figur zu keiner Sekunde ab. Bekanntlich haben Action Fans ja nichts lieber, als Schlaumeier Kids, die durch pure Präsenz eine natürliche Unausstehlichkeit verkörpern.
Immerhin bekommt man noch erklärt, warum der geheimnisvolle Anrufer erst die Frau entführt und brennt scheinbar sinnlos die riskantesten Fahrmanöver durchführen läßt. Das der Plan des Fiesos allerdings so exakt aufgeht ist allerdings mehr als fraglich. Zumindest können sich so die Pyrotechniker ein wenig austoben, als das Kraftwerk spektakulär in die Luft fliegt. Auch die Stuntfahrer bekommen viel zu tun. Zwar ist das Geschehen oft repititiv, aber einige Einlagen sehen wirklich rasant aus, zumal man ja anscheinend auf das Gimmick des hochspeedens verzichtete.
Zumindest die Heranwachsenden sollten aber ihren Spaß haben. Man hat Identifikationsfiguren (wenn auch schlechte), Action und HIgh Speed am laufenden Meter und eine Schrottproduktion die fast die Sphären der Blues Brothers erreicht. Schade fand ich dann doch eher, das man Leute wie Jon Voight und Bruce Payne mehr oder weniger verramscht hat.
5/10

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