Jeder, der irgendwann eine Schule besucht hat, wird sich vage an eine Hierarchie in der Klasse erinnern. Da gibt es eine Gruppe von Opfern und eine von Tätern, was sich im Normalfall nach der 10. Klasse erledigt hat.
Also eigentlich ein interessantes Grundthema von Mobbing, allerdings kann man diesem im Stil von Found Footage nur in Ansätzen gerecht werden, wie das Spielfilmdebüt von Yiuwing Lam veranschaulicht.
Connor und Jordan sind Außenseiter an ihrer Schule, zudem werden sie ständig vom Poser Dax und seinem Kumpel Omar gemobbt. Als Connor infolgedessen einen Nasenbeinbruch erleidet, schmieden die beiden einen Plan: Dax soll entführt und erniedrigt werden, alles wird mit der Handkamera festgehalten. Doch dann gerät das Vorhaben aus dem Ruder...
Found Footage wo man nur hinsieht und dabei stellt es sich zuweilen als Fehlentscheidung heraus, eine Geschichte ausschließlich per Handkamera zu erzählen. Die Nerds sind als solche zwar rasch etabliert, doch deren Beziehungsprobleme werden aufgrund der Momentaufnahmen nur gestreift und erhalten keinerlei Tiefe. Connor ist ein inniger Fan von "Star Trek", was binnen weniger Minuten bereits nervt und Jordan hat es auf Eve abgesehen, welche wiederum mit dem späteren Opfer Dax liiert zu sein scheint. Man kratzt an der Oberfläche, doch es bleiben Klischeerelationen.
Zwar arbeitet die Kamera einigermaßen aushaltbar, doch diverse Bildstörungen sind auffallend auf die Geschehnisse abgestimmt, so dass sich einige Ungereimtheiten ergeben. Folter oder explizite Gewalteinlagen sind ohnedies nicht auszumachen und so mäandert das Treiben reichlich dialoglastig vor sich hin, während die angepeilten Humoreinlagen kaum zünden und halbwegs spannende Momente an einer Hand abzuzählen sind.
Performt wird das Ganze okay, die latent unberechenbare Stimmung vermag ebenfalls in Teilen zu überzeugen, doch bis auf den halbwegs gelungenen Finaltwist könnte man glatt von einem Rohrkrepierer sprechen, da "Prank" zuviel Zeit mit Nichtigkeiten verbringt.
Pubertäre Hauptfiguren sind nun mal nicht ideal für einen Horror-Thriller im Found-Footage-Stil, da emotionale Entwicklungen aufgrund der bruchstückhaften Erzählweise kaum nachvollziehbar sind.
So bleibt unterm Strich der Versuch, Mobbing und die Konsequenzen unter Teenagern per Handkamera aufzuzeigen, doch das Endergebnis bietet einen dramaturgisch wenig ansprechenden Ablauf. Eine Mischung aus herkömmlicher Sicht und Handkamera hätte hier wahrscheinlich weitaus mehr bewirken können, doch das zusammen geschnippelte Material bietet eher Langeweile als Mitfiebern.
3,5 von 10