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Kultregisseur Paul Verhoeven ("Robocop", "Starship Troopers"), bekannt für raue Kost, schuf mit "Flesh & Blood" ein nicht uninteressantes Stück Ritterfilm der Abenteuersparte. Entsprechend den Geflogenheiten des jungen 16. Jahrhunderts gehts in düsteren Bildern dann auch ordentlich zur Sache - nicht nur in Sachen Gewalt, sondern auch in Sachen nackter Haut. Einen großen Bodycount oder inflationär eingesetzte Goreeffekte sollte man dennoch nicht erwarten: "Flesh & Blood" erzielt seine schroffe Atmosphäre vielmehr durch seine düsteren und trostlosen Bilder sowie im weiteren seine gegen den hollywood-typischen Trend strahlender Edelmänner gerichteten Charaktere.
Ein solches Profil passt dann selbstverständlich auch wunderbar zu einem Rutger Hauer, der ohnehin stets für die etwas härteren Heldenrollen bekannt ist und idealerweise auch eine kräftige Ausstrahlung besitzt. Etwas fürs Auge gibts schließlich noch mit Jennifer Jason Leigh, was aber ihre schauspielerische Leistung nicht schmählern soll.

Daß "Flesh & Blood" letztlich nur 6 Punkte meinerseits erhält, liegt schlicht und ergreifend daran, daß er mir konzeptseitig nicht vollkommen zusagen mag. Ich bevorzuge schlussendlich doch eher ausufernde Schlachtengemälde oder epische, gerne auch anspruchsvolle Heldengeschichten - Paul Verhoeven bietet keins von beiden, sondern vielmehr eine erfrischende Partie abseits bekannter Genrewege. In jedem Falle sehenswert, wenn auch als Geschichtsstunde untauglich...

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