Trotz der Titelgebung hatte „Psycho Cop“ eher Ähnlichkeit mit Slashern wie „Freitag, der 13te“ als mit der „Maniac Cop“-Reihe. Auch das Sequel ist ein weiterer Slasher und kein Action-Horror-Mix wie die von William Lustig inszenierte Reihe.
Allerdings hat es den durchgeknallten Officer Joe Vickers (Bobby Ray Shafer) nach dem Ende des Erstlings aus der Wildnis in die Großstadt verschlagen, wo er seinem eigenwilligen Gerechtigkeitssinn weiterhin nachgeht. So ist er den Bürohengsten Larry (Rod Sweitzer) und Brian (Miles Dougal) zwar suspekt, als er sie in einem Café anspricht, doch noch ahnen die beiden nicht, dass in seinem Polizeiwagen reichlich Leichenteile liegen. So spart „Psycho Cop 2“ dann den handelsüblichen Auftaktmord ein, zeigt aber immer noch reichlich Gore beim Blick in Vickers’ Streifenwagen.
Von da aus gehen die beiden zur Office Party weiter, die nach Dienstschluss widerrechtlich mit reichlich Alk und Stripperinnen begangen wird. Doch Vickers killt den Nachtwächter und will die Feierenden für ihre Regelstöße bestrafen...
Anstelle von Wald und Vorstadt also mal ein Slasher in einem Bürogebäude, ansonsten war es das auch soweit mit den Innovationen. Das kleine Partygrüppchen wird halt nach und nach dezimiert bis zum Schluss der Killer noch gestellt (und vorerst besiegt) werden kann, lediglich in ein, zwei Ausnahmefällen überrascht, wer denn nun den Löffel abgibt und wer am Leben bleibt. Ansonsten herrscht das übliche Stalk-and-Slash-Prinzip vor, wenig originell, nicht wirklich hochspannend, aber immerhin halbwegs flott vom Leder gezogen.
Zur Befriedigung der niederen Unterhaltungsinstinkte serviert „Psycho Cop 2“ dann noch eine große Portion Blut sowie ein gewisses Maß an Nacktheit. Man mag dem Film zwar Mut dafür nachsagen, dass er teilweise ausbuchstabiert, was die mainstreamigeren Genrevertreter nur andeuten (im B-Bereich kann man sich ja auch häufig mehr erlauben), aber auf ehrliche Weise primitiv ist unterm Strich halt immer noch primitiv. Zumal derartige Eskapaden eh nur wie Füllszenen wirken, da „Psycho Cop 2“ andernfalls Probleme hätte auf Spielfilmlänge zu kommen.
Seine stärksten Momente hat „Psycho Cop 2“ dann wie erwartet in den Mordszenen. Gelegentlich kann Regisseur Adam Rifkin hier dann auch ein paar kleine Spannungsgipfel in den sonst recht gleichförmigen Film einbauen, jedoch bedient „Psycho Cop 2“ vor allem die Gorefraktion – zumindest in der ausgesprochen derben Unrated-Fassung. Extrem blutige Kopfschüsse, abgetrennte Gliedmaßen und aufgespießte Paare hat das Treiben zu bieten, wobei die FX auch wirklich schön matschig-handgemacht daherkommen. Sieht zwar nicht immer nach hoher Qualität aus, hat aber einen gewissen B-Charme. Hinzu kommen noch ein paar mehr oder minder gelungene Oneliner von Vickers – keine Konkurrenz für Freddy und Co., aber immerhin besser als die verunglückten Sprüche aus dem Vorgänger.
Bobby Ray Shafer gibt den Psycho Cop erneut recht überzeugend und charismatisch, womit er ziemlich easy die beste Leistung des Casts absolviert. Ansonsten ist der nämlich eher mäßig, allenfalls Miles Dougal kann noch ein wenig herausragen. In einer Rolle tritt auch Julie Strain, die eh fast nur in B- und C-Movies zu sehen ist, auf – natürlich als Stripperin.
Alles in allem gewinnt „Psycho Cop 2“ keine Preise, aber solides Genrekino im Slasherbereich ist immerhin gelungen. Relativ kurzweilig und mit einem ordentlichen Maß an Gore und Geschmadder, gleichzeitig aber auch reichlich primitiv und wenig originell.