Review

Was haben wir denn da?!


Einen crazy drein blickenden Protagonisten, den wir schon aus dem ersten Teil kennen, mehr oder weniger unfreiwillige Komik bzw. Schrulligkeit, gepaart mit einem Teeniekomödien-lastigen Charme und reichlich Bier ...


Sie sind bei rot über die Ampel gegangen. Das ist gegen das Gesetz. Jetzt müssen Sie mit ihrem Leben bezahlen ...


Gnadenlos metzelt der skrupellose Psycho-Bulle alles nieder was sich ihm in den Weg stellt. Das Prädikat "Psycho" trifft es schon ganz gut. Hohl, gleichermaßen unterhaltsam, als Trash-Granate wie sie im Buche steht, stilistisch mit Lustig's "Maniac Cop", "Zombie-" und Blaxploitation-"Granaten" wie "Demon Cop" verwandt.

Der Name ist Programm. Weniger Troma zwar, dafür sehr viel gorelastiger als der Vorgänger und auch die Inszenierung als solche würde ich diesmal als durchaus gelungen bezeichnen.


Da wo der "RoboCop" seinerzeit noch ein realistisches, wenn auch sehr futuristisches Bild eines gesteinigten Polizisten lieferte, in seiner Härte ungebrochen, passt der "Psycho Cop" höchstens noch ins Profil eines US-amerikanischen Serienmörders oder Triebtäters, wenn auch auf eine überdreht-ulkige Art, denn als ernst zu nehmende Persiflage. "Psycho Cop Returns" passt ins Kliente des Horrorkinos der späten 1980er Jahre.


Im Gegensatz zu Actionreißern wie "The Punisher" verzichten wir hier auf viel Bumm bumm und Pyrotechnik, dabei nicht weniger reißerisch, waschelt der "T-1000"-Verschnitt durch die Gegend und schießt jeden über den Haufen der versehentlich im Halteverbot geparkt hat. In seiner Heimatstadt wird bestimmt niemand mehr auf die Idee kommen eine Milchschnitte oder ein Snickers zu klauen ...


Animalisch, bestialisch verkörpert "Psycho" das Gesetz, in seiner ganzen Härte, und stellt damit die Selbstjustiz cyborglastig auf eine neue Stufe. Man könnte den "Psycho Cop" fälschlicherweise auch als psychologisches Profil eines abgehalfterten Polizisten verstehen, der mit der Zeit die Schnauze voll hat und im Stil von "Taxi Driver" einfach irgendwann ausrastet. Für ein ernsthaftes Profil fehlt hier jedoch jegliche Tiefe.


Korrupte Cops hat es in der Filmgeschichte viele gegeben ("Training Day", "Cop Land" ...), bluttriefende Massenmörder wie diesen dürften jedoch eher eine Seltenheit darstellen.

Das Thema Polizeigewalt rückte nicht erst seit Kitanos "Violent Cop" in den Fokus des filmischen Bewusstseins. "Psycho Cop" bewegt sich diesbezüglich eher im Bereich der Parodie, wenn auch eine tiefschwarze.


Während die Nu-Image und Marketing-Film mit "Cyborg Cop" und "Scanner Cop" noch fast zeitgleich Konkurrenz aus dem Sciencefiction-Bereich schufen, pöbelt Psychobulle in bester Arnie- oder John Rambo-Manier durch die Weltgeschichte und scheint einfach nur Freude daran zu haben Unschuldige hinzurichten.


Ein "Superbad"-mäßiger Auftakt rundet die "Bachelor Party"-ähnliche Splatterorgie ab. Es wird zumindest der Versuch unternommen den geneigten Zuschauer Kunstblut mit dem nötigen Spaßfaktor zu versehen.


Fazit: "Psycho Cop Returns" ist sowohl als Horrorfilm, als auch als Partyspaß ganz brauchbar geworden. Gute Unterhaltung meets Splatter und Fun.


7/10



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