Review

Nun ja ...
Roths Huldigung an den "Kannibalen-Film" der 1970er-Jahre ist nicht gänzlich in die Hose gegangen.

Da ich mit diesen berühmt-berüchtigten Italo-Filmen von damals aufgewachsen bin - und seitdem nichts Brauchbares auf diesem Gebiet zu bestaunen war - war ich sehr angetan, dass es sich Eli Roth zugetraut hat, dieses Exploitation-Thema ins 21. Jahrhundert zu schaffen und neu zu interpretieren.
Leider sind ihm keine Innovationen eingefallen.
Sicherlich, eine richtige Geschichte hatten die Originalfilme auch nicht zu bieten, ähnlich wie bei einem Porno wartet der geneigte Zuschauer auf das "Eigentliche".

Das "Eigentliche", nämlich schonungslosen Splatter, bekommt der Konsument auch in einigen Szenen deftigst geboten. Hier gibt es nichts zu meckern und zu mosern, und ich bin sehr überrascht, dass es Roths Film unbeschadet in die Verkaufsregale Deutschlands geschafft hat, während die italienischen Oldies noch immer im Verbotsschrank vor sich hingammeln.
Anmerkung: Roths Neuwerk zeigt weitaus schlimmere Szenen als manches Altwerk. Aber das nur so am Rande erwähnt - zurück zu "THE GREEN INFERNO"!

Das größte Manko des optisch hervorragend in Szene gesetzten Films ist wohl, dass mich die Storyline immer und immer wieder für dumm verkauft hat. Unzulänglichkeiten und Logiklöcher habe ich als Teenager gerne verkraftet, aber heute?
Kurzum: Die Geschichte - nicht die Effekte - ist völlig dumm, unglaubwürdig und unlogisch. Früher war das ebenso, doch da war dies auf eine gewisse trashige Art und Weise fast schon "korrekt".

Im Jahre 2017 erwarte ich von eine Huldigung und Neu-Interpretation nur 2 Dinge: eine Verbesserung der "alten Qualitäten" und eine "glaubhafte, seriösere Geschichte".
Bei den neuinterpretierten "Western" geht das ja auch!
Gerade von Eli Roth habe ich auf seinem ureigenen Gebiet des "Terror- und Horrorfilms" mehr erwartet - ein unerfülltes Wunschdenken!

So bleibt sicherlich ein neuer "Kannibalen-Film" in meinem Filmregal einsortiert stehen, weil es eh nichts Besseres auf diesem Gebiet gibt. Die Fans von der "Zombie"-Fraktion werden hier eindeutig großzügiger bedient - und mit Qualitäten in Story UND Effekten, die sich sehen lassen können!
So bleibt "THE GREEN INFERNO" ein Wurf, aber eben nicht der große Wurf!

Fazit:
Wenn eine schick ausschauende Neuinterpretation aus dem Jahre 2013 die Sehnsucht nach den billig heruntergekurbelten Exploitation-Klassikern aus den 1970er-Jahren weckt, ist bei der Produktion etwas schiefgegangen

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