Gehirnwäsche ist eigentlich ein recht spannendes Thema und Filme wie „1984“ oder „Clockwork Orange“ haben das eindrucksvoll untermauert. Wenn sich jedoch ein Autor und Regisseur wie Filip Maciejewicz, der bereits den Zombiestreifen „Infected – Infiziert“ gegen die Wand fuhr, einer solche Sache annimmt, ist Vorsicht geboten.
Daniel hat einen neuen Job: Er soll das Forschungsprojekt „Limes“ begleiten, welches in den Mauern eines ehemaligen Gefängnisses stattfindet. Die Probanten werden einer Gehirnwäsche unterzogen, woraufhin sich diese an kaum etwas erinnern können. Als sich Daniel näher mit den zweifelhaften Methoden beschäftigt, stößt er auf beunruhigende Details…
Vielseher kennen das Problem, einen Film nach rund zehn Minuten ausschalten zu wollen, weil von vornherein klar ist, dass das nichts mehr wird. Im vorliegenden Fall sticht sogleich die unsichere Kamera ins Auge, die es nicht fertig bringt, selbst bei einfachen Dialogen ohne größere Bewegungen der Protagonisten ruhig zu verharren. Die unprofessionelle Synchro lässt sich immerhin noch durch ein Umstellen der Tonspuren umgehen.
Inhaltlich geht das Werk recht fahrig vor, denn es ist kaum möglich, zu einer der Figuren eine Bindung aufzubauen, geschweige denn, einen Sympathieträger aufzuspüren. Daniel ist schlicht zu passiv, die behandelnden Ärzte kommen ohnehin nicht in Frage und von den unfreiwilligen Insassen erfährt man zu wenig. Bei den Experimenten, deren Beweggründe nie erwähnt werden, geht es um schlichte Konditionierung durch Belohnung und Bestrafung, Entzug der Grundbedürfnisse wie Essen und Schlaf und um Suggestion, wobei letzteres zu keiner Zeit ins Detail geht.
Bei alledem ist früh erahnbar, was es mit dem titelgebenden Patienten auf sich hat und warum bestimmte Probanten für kurze Zeit aus ihrer Zelle gelassen werden. Im letzten Drittel mehren sich allerdings einige Logiklöcher. Das Ablegen von Gasmasken in einem Raum, in dem vor zwei Sekunden noch Betäubungsgas hineinströmte, ist da vergleichsweise harmlos.
Immerhin kommt während des Showdowns ein wenig Bewegung ins Spiel, von Action oder gar erwähnenswertem Blutvergießen ist man hinsichtlich einer FSK16 jedoch weit entfernt.
Die Lokalitäten der Forschungseinrichtung schüren zwar kaum Atmosphäre, sie fallen jedoch ein wenig stimmiger aus als der Rest. Schwache und teils komplett ausdruckslose Mimen geben oberflächliche und zuweilen unglaubwürdige Sätze von sich, der Score geht noch, doch die oben erwähnte Kamera geht eben gar nicht.
Die Grundidee hinter dem Projekt mag tauglich gewesen sein, die Ausführung ist allerdings alles andere als durchdacht und unterhält nur in minimalen Ansätzen.
3 von 10