Mit diesem Fernsehfilm startete eine der größten deutschen Kino-Erfolgsgeschichten des Jahrzehnts. Immer wenn ein neuer Film der Reihe startet, sind die Kinosäale voll, die Einschaltquoten im TV genauso hoch. Und auch ich bin mittlerweile angefixt worden und warte sehnsüchtig auf Nachschub, der etwas in Stocken geraten ist. Lange Zeit habe ich einen großen Bogen um die Reihe gemacht, weil ich sie völlig unterschätzt hatte - großer Fehler. Vielleicht liegt das daran, dass dieser erste Teil noch etwas trocken und spröde inszeniert worden ist. Die Figuren schöpfen noch nicht ihr Potential aus und bestimmte Running Gags und Markenzeichen kommen halt nun noch nicht vor. Auch die allerersten Szenen wirken wenig einladend, aber nur Mut, hier bekommt man eine wirklich gute schwarzhumorige Komödie mit sehr trockenem Witz präsentiert.
Es geht in dieser Reihe um den Dorf-Polizisten Eberhofer, einst Ermittler-Star der Münchener Kripo. Vor einigen Jahren hatte Partner Birkenberger einem Straftäter die Hoden weggeschossen und wurde entlassen, Eberhofer in sein Heimatkaff strafversetzt, wo er in einem kleinen Büro im Rathaus unter der Fuchtel des cholerischen Bürgermeisters und des in Landshut weilenden gutmütigen aber nicht so hellen Vorgesetzten steht. Allzuviel gibts auf dem Dorf natürlich nicht zu tun, deswegen beschäftigt sich Eberhofer lieber damit, mit seinem Retro-Polizei-Audi im nahegelegenen überdimensionierten Verkehrskreisel zu driften, mit seiner Oma einkaufen zu fahren oder sich bei Metzger Simmerl mit Leberkäsbrötchen einzudecken. Eberhofer ist ein ziemlicher Faulpelz und will irgendwie nicht erwachsen werden. Seine Freundin ist mal mit ihm zusammen, dann wieder nicht. Leben tut er auf dem Bauernhof seiner Oma zusammen mit dieser und seinem ständig Joints rauchenden Vater, die Mutter war bei seiner Geburt gestorben, was man in einer späteren Episode erfahren wird. Und abends gehts dann in die Dorfkneipe und da wird Rockmusik gehört und ordentlich was weggetrunken. Seine Kumpels sind der Wirt, besagter Metzger, der übrigens einen ziemlich depperten Sohn hat, sowie Flötzinger - Sanitärtechniker und heimlicher Star der Reihe.
In dieser ersten Folge werden alle Figuren noch vorgestellt, der besondere Reiz entsteht natürlich erst noch, wenn dieses Beziehungskonstrukt wächst und die anderen Figuren mehr Raum einnehmen. Hier geht es erst mal um den Selbstmord des hiesigen Schul-Rektors Höpfner, der vom Zug überfahren worden ist. "Dem Höpfele fehlt nun sein Köpfele" der Kommentar dazu. Doch im Gegensatz zu seinen Vorgesetzten glaubt Eberhofer hier an Mord und startet mit Hilfe des Ex-Kollegen Birkenberger - nun Kaufhausdetektiv - die Ermittlungen.
Wer die Reihe noch nicht kennt, der darf hier gerne einschalten. Der Humor wird etwas massenkompatibler werden, ab der zweiten Folge wird die Oma von jemand anderem gespielt, es gibt dann noch nen Hund (Ludwig) und einen etwas beschränkten Dorf-Arzt, auch so ein Running Gag der Reihe.
Auch wenn die Qualität der einzelnen Fälle etwas schwankt, ich gehöre jetzt zum Kreis der treuen Fans!