Wenn Kriegsfilme mit Zombiethematiken gekreuzt werden, geht es nicht selten drunter und drüber, - da ist es von Vorteil, wenn man als Filmemacher rein gar nichts auf die Reihe bekommt, so dass wenigstens noch Trashfreunde vom geballten Unvermögen zehren können.
Polen 1944: Die Nazis haben ein Waldgebiet besetzt und arbeiten in einer Art Festung an okkulten Dingen, um einen Superdämonensoldaten zu erschaffen. Eine US-Elitetruppe soll dieses verhindern, indem eine Undercover-Sekretärin ein ominöses Buch beschafft, während sich die Einheit Schritt für Schritt zur Festung durchkämpft...
Regisseur und Autor Eli Dorsey versteht entweder nicht allzu viel von professioneller Inszenierung oder er hat seinen Stoff bewusst so krude aufgezogen, was dennoch nicht alle Eigenheiten seines merkwürdigen Werkes erklärt. Binnen weniger Minuten offenbart sich die amateurhafte Art durch die schwache Bildqualität (wahrscheinlich durchschnittliche Camcorder), überstrapazierte Farbfilter, unnötige Standbilder und billigste Effekte wie Flugzeuge, kleine Explosionen oder eine Fahrt auf dem Motorrad, welche überdeutlich per Green-Screen realisiert wurde, da sich zwar die Landschaft im Hintergrund ändert, die Frau auf dem Bike jedoch lediglich geradeaus fährt.
Hinzu gesellen sich etliche Regiefehler und Logiklücken: Silikontitten anno 1944, Solvig und Thorn als typisch deutsche Namen, Tarnfarbenhemden und ein rötlicher SS-Ärmelaufkleber als angemessene Nazi-Uniform und wenn schon deutsche Namen eingebunden werden, heißt mal eben einer Ulf Schwanzgard oder Claudia Klum, weil deutsche Models in den Staaten zumindest halbwegs bekannt sind.
Das Treiben selbst ermüdet allerdings zwischenzeitlich enorm, da Szenen mit Feuergefechten im Wald überstrapaziert werden und dabei keinerlei Spannung auszumachen ist. Es gibt zwar ein paar blutige Einschüsse und ein zerfetztes Gesicht, was tatsächlich mal nicht völlig daneben aussieht, doch bei alledem kristallisiert sich weder ein Sympathieträger heraus, noch sind die bösen Wichte garstig genug, um auch nur annähernd Wirkung zu entfalten, zumal ein Zombie nach Injektion eines Serums kurz darauf noch im selben Raum seinen letzten Atemzug tätigt und der spätere Supersoldat mit Gasmaske und Ledermantel nur leidlich Eindruck schindet.
Ganz besonders daneben ist auch der Score, welcherer merkwürdige Schwerpunkte setzt, indem beim Feuergefecht auch mal Meditationsklänge zu hören sind, dann kommt zwischenzeitlich ein Western-Thema mit Indianer-Samples zum Einsatz, bisweilen auch mal ein Rocksong, doch kaum etwas, das auch nur halbwegs zum Geschehen passt.
Die übelsten Mimen im austauschbaren Wald um die Ecke sind derweil mit Overacting und plumpen Phrasen beschäftigt und wenn es mal zu Zweikämpfen mit oder ohne Schwert kommt, fällt die Choreo erwartungsgemäß plump aus, schon allein aufgrund der stets ungünstig positionierten Kamera und den willkürlich gesetzten Schnitten.
Da der Streifen an einigen Stellen so schlecht ist, bringt er immerhin gute Laune ein und sofern man während des Dauerfeuers im Wald nicht völlig das Interesse verliert, sind 76 Minuten Laufzeit auch nicht allzu lang, um zumindest einen feuchtfröhlichen Herrenabend ausklingen zu lassen. Für etwas anderes taugt er wiederum nicht, denn dafür ist "Devils of War" ist sämtlichen Belangen zu dilettantisch aufgezogen, um als ernsthafter Actioner mit kleinen Horroranleihen durchzugehen.
4 von 10