Zuwachs und Abschluss der so nunmehr zur Trilogie angeschwollenen Reihe um den Privatdetektiv Chan Tam, die 2007 mit The Detective begonnen und 2011 mit The Detective 2 das Mittelstück, auch da noch eher als Krimi und Neo Noir - Versatzstück mit Einschüben eines Psychothrillers erhalten hat. Davon ist hier allzu viel nicht mehr über, wird und dies geplant vermehrt mit den Versatzstücken des Actionthrillers/-dramas und so auch vereinzelten kämpferischen Auseinandersetzungen statt nur den Ermittlungen am Tatort und im Umfeld hantiert. Eine angenehme Erweiterung, die durch überhaupt weiteren Ausbau der Geschichte und nicht nur der Rückkehr zum Ursprung gewinnt:
Auf der Suche nach den Mördern seiner Eltern verschlägt es den eigentlich in Thailand ansässigen Privatdetektiv Chan Tam [ Aaron Kwok ] beruflich und privat zugleich nach Malaysia, wo er durch die Hilfe des Bekannten Chai [ Chen Kuan-tai ] und dessen Tochter [ Jiang Yiyan ] auf weitere Informationen hofft. Als auch dieser alsbald wie vom Erdboden verschwunden ist, und das Haus als Tatort hinterlässt, wendet sich der Ortsunkundige an den lokalen Kollegen Zheng Fong-hei [ Nick Cheung als asthmageplagter wing Chun - Kämpe ] um Mitarbeit. Zheng lässt sich weniger durch den notorisch Geldarmen und schon gar nicht aufgrund Berufsethos, sondern heimlich durch den Druck machenden Polizisten Officer Ma [ Li Chen-hao ] zum Verfolgen der Spuren überreden, die zu einem Verbrechen vor 30 Jahren und dem ehemaligen Drogenkönig Pang [ Lam Wai ] sowie allerlei Gefahren und Attentaten führen.
Gedreht, und mitproduziert und -geschrieben abermals von Oxide Pang, stellt sich das Finale als Vergrößerung des Geschehens eines winzigen Details des Erstlings dar; der Ausbau einer Handlung, die eher als Randbemerkung und Teil der Charakterisierung seiner Hauptfigur und Alles Andere als wesentlich für den Fortgang war. Eine Kenntnis der beiden gelinde schrulligen, ebenso gelinde stilisierten Mystery-Vorgänger ist so auch nicht nötig und wird im (englischen) Titel als Bezug auch gar nicht erwähnt, obwohl die Aufmerksamkeit der Person und sein Bestreben plus die Herkunft an sich als Zugewinn an Information sicherlich mit zählt. Auch die Veränderung selber stellen sich damit deutlicher dar, wird das Geschehen, dass sonst in Thailand angesiedelt war und dort auch zu Hause ist, hier mit Ausflügen nach Malaysia und China grundsätzlich ausgedehnt und gleichsam die personelle Komponente aufgefüllt.
Denn wo sonst nur Platz für eine Gestalt im Rahmen der Kamera war und sich die Erzählung um dieses Geschöpf als Identifikation wendet und dreht, wird hier die lokale Variante und gleichzeitig das Ebenbild und Gegensatz dazu installiert. Ebenfalls ein Privatdetektiv, ebenfalls Einzelgänger mit dem Blick für den Beruf und vielmehr darumherum nicht, der sich mit dem Kontakt eines Polizisten als Quelle für Informationen abgibt und Alles Weitere im Leben vermehrt ignoriert. Wo sonst der Vorteil der bereits erzählten Handlungen im geographischen Milieu und vielleicht noch dem Wesen des Ermittelnden und dem für den Hongkong-Film ungewohnten Genre des Krimis lag, ist hier und nun die Individualität durch eine Spiegelung und Potenzierung der Persönlichkeiten und dem (im Grunde minimalen, da insgesamt weiterhin konsequent belanglosen) Wechsel der Richtungen gegeben.
Denn ermittelt, d.h. an Türen geklopft, Klinken geputzt, Fragen gestellt und sich durch ein Gewusel an Antworten und Antwortenden gewühlt wird weiterhin; insofern und da auch eher trocken präsentiert und nicht tatsächlich kreativ, eher als Beharrung auf Routinen ändert sich nichts. Dass die Aufklärung nur stückweise und leicht zäh in die Gänge kommt, fällt selbst dem nach Mitteilungen Suchenden Beizeiten auf – "Find someone else again?" – , der sich nur durch eigene Beharrlichkeit durch dies narrative Stocken quält. Diesmalig wird aber der Aufbau gestraft, Warnungen und tatsächliche Gefahren beizeiten und auch andere Sicht auf Dinge und Weisheiten installiert.
Sowohl eine Eingemeindung auf das Original als auch ein (kleiner) Hinweis auf die Fortsetzung, und die Vertiefung und Restaurierung zu einem einheitlichen, nunmehr dreiteiligen Objekt, dass jeweils einzeln für sich konsumierbar ist, aber im Drei-Gänge-Menü die meiste Erkenntnis verspricht. Intensivierung und Stabilisierung im Drehbuch und in der Regie, die gegenwärtig auch vermehrt das Heischen um Aufmerksamkeit in Form einiger weniger kleinerer Actionszenen, einer Jagd mit Autos durch den Straßenverkehr, einem provozierten 'Amoklauf' ebenfalls per Vehikel, so manchen Karambolagen und auch körperlichen Konfrontation mit Schlägertruppen im Treppenhaus, im Hinterhof und anderen beengten Orten nachgeht. Optisch aktuell, in orange- bis gelbstichiger, oft durch die Ergänzung von diversen Brauntönen kräftiger Farbpalette und dem Sinn für das Ausnutzen von Architektur und Archetypen formuliert, sticht besonders das Spiel mit der Doppelung von Observation, Sondierung, und so auch Paranoia heraus, in der die Beobachtung und die Recherche zählt, dies hier aber zweispaltige und zwiespältige Ergänzungen erhält; auf die Spitze getrieben in einer Szene, in der es gleich drei Späher und auch ebenso viele Objekt des Interesses, den Dreibund vom Sehen und Gesehen werden gibt.