Das Portal zur Hölle steht mal wieder im Mittelpunkt eines Regiedebüts, produziert von der Schmiede Slasher Films. Hinter dem Label steckt kein geringerer als Saul Hudson alias Slash, den die älteren Semester noch als Gitarrist der Band Guns N’ Roses kennen dürften.
Und, um mal ein ganz plumpes Wortspiel zu bemühen: Hätte er mal eher einen Slasher produziert, als die xte Variante von "Grudge" und Konsorten.
Pastorenfamilie Bramford zieht von der Stadt aufs Land, ins beschauliche Örtchen Stull in Kansas. Dort soll Familienoberhaupt Dan den bisherigen Pastor (Clancy Brown) ablösen. Tochter Rebecca plagen seit ihrer Ankunft allerdings böse Alpträume und Vorahnungen, welche sich bestätigen, als ihre Schwester Molly auf dem örtlichen Sommerfest zusammenbricht...
Die Einleitung stimmt auf einen klassischen Gruselfilm in Spukhausmanier ein, wobei es ausnahmsweise keinerlei Familienstreitigkeiten gibt und die fünfköpfige Familie als recht harmonisch eingeführt wird. Zwar gibt es bereits ein böses Vorzeichen, als man aus einiger Distanz das Ausbluten einiger Schafe beobachten muss, doch die Einwohner zeigen sich durch die Bank entgegenkommend, helfen beim Einräumen und spendieren einen Kuchen, der es fatalerweise in sich hat.
Das obligatorische Love Interest für Tochter Rebecca darf natürlich auch nicht fehlen und folgerichtig schließt sich der Kreis mit dem Geheimnisträger, der sein Wissen wie immer viel zu spät preisgibt.
Bis dahin ist es allerdings ein zäher Weg, denn im Grunde ereignet sich lange Zeit nichts außer ein paar nett bebilderten Alpträumen, etwa als sich Rebecca inmitten einer Schafsherde umzingelt sieht, während Nebensächlichkeiten, primär das Techtelmechtel der Teens zuviel Raum einnimmt.
Als die Sache nach einer geschlagenen Stunde endlich Gestalt annimmt, bleiben trotz des im Kern vorhersehbaren Verlaufs einige Fragen offen und auch der Hintergrund des Ganzen wird nahezu komplett ausgeklammert. Die CGI in Form schwarzen Rauchs und verzerrter Gesichter gehen für das vergleichsweise geringe Budget von drei Millionen Dollar zwar voll in Ordnung und auch sonst liefern Maske und Effekte passable Kost, doch ein leichtes Mitfiebern will sich allenfalls innerhalb der letzten zehn Minuten einstellen, als tatsächlich ein wenig Tempo aufkommt und drei Personen die Flucht aus dem Ort anzutreten versuchen.
Handwerklich ist Regieneuling Anthony Leonardi III nicht viel vorzuwerfen, doch die Erzählung verbringt zuviel Zeit mit Nebensächlichkeiten, anstatt die trüben Vorahnungen zu intensivieren und mal ein wenig Grusel ins Spiel zu bringen, da sich die Spanne bis zum okayen Finale doch merklich hinzieht. Darstellerisch wird ein solides Niveau geliefert, der Score mit einigen Tracks von Slash selbst ist phasenweise recht gefällig, nur Splatterfans bleiben komplett auf der Strecke, da nahezu kein Tropfen Blut vergossen wird.
Im Endeffekt ein Streifen, der sein durchaus vorhandenes Potential zu wenig ausspielt und sich mit der unausgegoren vorgetragenen Geschichte selbst ein Bein stellt.
Passable Ansätze, doch zwischen rituellen Opfergaben, Zeichen an Haustüren und gekappten Telefonleitungen bleibt das erhoffte Mitfiebern bis zum viel zu kurzen Showdown leider nahezu aus.
4,5 von 10