Review

kurz angerissen*

Der umfassenden Abgedroschenheit des Found-Footage-Films weiß nicht mal Ti West genug entgegenzusetzen, um eine durchweg überzeugende Variante abzuliefern. Dabei ist nicht etwa fehlendes Tempo das Problem – wie hätten sonst „House Of The Devil“ und „The Innkeepers“ so gut funktionieren können – sondern der immer noch zu weite Sprung zum Authentizitätserlebnis. Das Beruhen auf den realen Ereignissen von Jonestown sollte eigentlich genug Anlass für Unbehagen geben, doch jenes stellt sich vornehmlich zur Filmmitte ein, wenn sich dem Journalistenteam langsam erste Anzeichen der bizarren Ordnungsverhältnisse innerhalb der Siedlung offenbaren.

Zweifellos bildet das Interview hier das Highlight. Die manipulative Kraft des Wortes kommt hier fast ungebremst zur Geltung, nicht auch weil Gene Jones den „Vater“ mit einer vordergründigen Harmlosigkeit spielt, die furchteinflößend ist. Zu Beginn jedoch wird „The Sacrament“ von seinen typischen Found-Footage-Unzulänglichkeiten überlagert (Auswalzung von Belanglosigkeiten, metafilmische Ungereimtheiten), später dann von der allzu unreflektierten Überschlagung der Ereignisse.

*weitere Informationen: siehe Profil

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