Review

kurz angerissen*

Wenn Jason Bateman Jason Bateman dirigiert, ist Jason Bateman mal kein Jason Bateman, wie er normalerweise im Buche steht: treudoof und schulterzuckend eben. Nein nein, dieser Jason Bateman ist schlimmer als jeder Norman Bates: egozentrisch, skrupel- und rücksichtslos, fluchend und Kinder hassend – ein echter Jason Badman eben, ganz im Stil
der Jason-Bateman-Vorgänger von Titel wegen, “Bad Santa” und “Bad Teacher”.

Wie jene steuert Jason Bateman sein Regiedebüt zwar in die kitschige Versöhnlichkeit, doch bis dahin gibt’s so viel verbale Sauerei, dass man bereits hört, wie Sittenwächter ihm zurufen: Nimm mal ein Bad, Mann! Tatsächlich fungiert Jason Batemans Stinkefinger sogar als besagtes Zeichen der Versöhnlichkeit und gehört folglich zu den liebenswerteren Einstellungen von „Bad Words“, indes Jasons Batemouth ein Stück faustdicker Seife gut vertragen könnte.

Schön deswegen, dass Jason Bateman den zukünftigen Mowgli Rohan Chand als Little Star an seiner Seite hat, denn die Fluchkotzerei funktioniert deswegen so gut, weil Rohan Chand Jason Batemans Schulterzuck- und Auffangbeckenqualitäten übernimmt und mit ganz natürlichem Charme dicke Punkte einfährt. Bravo, stark gecastet.
Über die Thrillerqualitäten des Grundthemas „Buchstabierwettbewerb“ darf man natürlich streiten. Den medialen Hype um derartige Veranstaltungen kann man wohl nur im Land von „Little Miss Sunshine“ nachvollziehen… aber wen juckt das, solange wütende Mütter mit Handtaschen nach Jason Batemans schlagen, die sich vor angeblich Millionen von amerikanischen Wohnzimmern lächelnd zum Affen machen, nur um ihren Standpunkt klar zu machen.

Also, zwei Drittel Jason „Verbalmachete“ Voorheesman im Megaarschloch-Modus: Gekauft. Ein Drittel Jason Bravman mit Herz und Seele: Das übliche Anhängsel eben.

*weitere Informationen: siehe Profil

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