Kultregisseur John Carpenter (Christine, Die Fürsten Dunkelheit) versucht den kleinen Genreklassiker "Das Dorf der Verdammten" aufzumöbeln und erlitt an den US-Kinokassen Schiffbruch. Im Jahr 1960 inszenierte Wolf Rilla die Geschichte, nach dem Roman "The Midwich Cuckoos" von John Wyndham. Autor David Himmelstein (Bad Company, Seon größtes Spiel) hat dem Ganzen nur wenige Neuerungen hinzuzufügen, doch es ist erstaunlich, was Carpenter aus dem spärlichen sieben Millionen Dollar Budget kreiert hat. Trotzdem begann Carpenters Glanz mitte der 90er Jahre immer stumpfer zu werden, schon mit dem Remake "Jagd auf einen Unsichtbaren" erntete er schlechte Kritiken. Bei "Das Dorf der Verdammten" war es nicht anders, daher ließ man in Deutschland die Kinoauswertung komplett sausen.
Die gesamte Bevölkerung der abgelegenen Kleinstadt Midwich fällt für einige Stunden in den Tiefschlaf. Dr. Susan Verner (Kristie Alley) hat keine Erklärung für dieses Phänomen parat, jedoch sind plötzlich einige Frauen schwanger, auch Barbara (Karen Kahn) die Frau von Dr. Alan Chaffee (Christopher Reeve). Die Kinder kommen alle zur gleichen Zeit auf die Welt und mit ihnen das Unheil. Bald häufen sich mysteriöse Selbstmorde, darunter auch Barbara die sich von der Klippe stürzt. Alan ist sich sicher, dass die Kinder dahinterstecken, auch Susan scheint ihm einiges verschwiegen zu haben. Die Kinder haben kein Mitgefühl und mit ihren speziellen Fähigkeiten richten sie bald ein Blutbad in Midwich an.
Im Original wurde die Erklärung der Vorstellungskraft des Zuschauers überlassen, Carpenters plumper Versuch bringt Ausserirdische ins Spiel. Doch ansonsten klammert man sich ziemlich strikt an die Vorlage und so mangelt es besonders dem ersten Drittel an Ereignissen. Wir bekommen zahlreiche Charaktere vorgestellt, wobei besonders Frank McGowan (Michael Paré) durch sein schnelles Ableben quasi verschenkt wird. Neben Alan rückt noch Jill McGowan (Linda Kozlowski) in den Fordergrund, denn ihr Sohn David scheint als Einziger der Kinder Gefühle zu zeigen. Wahrscheinlich weil seine Partnerin bei der Geburt verstarb, denn die Kinder treten hier immer paarweise auf und latschen im Gleichschritt durch die Stadt. Doch warum bewahrt man das tote Kind ausgerechnet in Midwich auf ? Susan ist ja hinlänglich bekannt, dass die Kinder Gedanken lesen können. Doch sie haben noch eine viel schlimmere Fähigkeit. Sie können den Menschen zwingen Dinge zu tun, die er überhaupt nicht tun will. So eliminieren sie jegliche Bedrohung und dies stellt Carpenter immer wieder sehr bedrohlich da, ohne Brutalitäten zu sehr zur Show zu stellen. So stürzt sich der Hausmeister vom Dach der Schule und landet aufgespießt im Besenstiel, Barbara verbrennt sich die Hand im kochenden Wasser und stürzt sich von der Klippe und Reverend George (Mark Hamill) wird gezwungen sich selbst zu erschießen.
Der Großteil der Szenen spielt sich dabei im Off ab, auch der extrem fiese Tod von Susan Vernon. "Das Dorf der Verdammten" hat zwar immer seine spannenden Momente, doch dazwischen ist zuviel Leere. Carpenter hat sich um viele Figuren zu kümmern und muss das eigentlich Geschehen oft ausser Acht lassen. Sein selbst komponierter Score erweist sich abermals als sichere Bank, das Geschehen optimal zu untermalen. Jedoch wird die insgesamt schicke Inszenierung von einigen Durststrecken übertüncht, erst im Finale vermag sich der ganze Horror zu entfalten. Hier richten die Kinder ein wahres Massaker an und auch die Durchführung von Alans finalem Plan ist sehr spannend in Szene gesetzt. "Superman" Christopher Reeve ist hier in seiner letzten "normalen" Rollen zu sehen, denn noch im selben Jahr wurde er bei einem Unfall querschnittgelähmt. Er liefert eine passable Leistung ab, Kollegin Kirstie Alley (Kuck mal wer da spricht!, Madhouse) als nicht gerade sympathische Wissenschaftlerin der Regierung ist da keinen Deut besser. Linda Kozlowski (Crocodile Dundee, Beinahe ein Engel) vermag von allen Darstellern noch am besten zu gefallen, in Nebenrollen sind Michael Paré und Mark Hamill zu sehen.
Carpenter hat hier ein Optimum herausgeholt, jedoch kein Maximum. Aufgrund des knappen Budgets ist ihm trotzdem ein Lob auszusprechen, auch wenn es "Das Dorf der Verdammten" zwischendurch immer mal wieder an Spannung und Pepp mangelt. Ein eher zahmes Remake, die Darstelle reißen sich kein bein aus, aber Langweile vermag in keiner Szene aufkommen.