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In der Geschichte der Fabelwesen stellt der Chupacabra eine der jüngsten Erscheinungen dar, denn der Vampir-Köter wurde erst Mitte der Neunziger in Süd - und Mittelamerika gesichtet, wobei es natürlich bis heute keinen einzigen Beweis für die Existenz dieser Kreatur gibt. Für SyFy jedoch Grund genug, die Biester auf eine Heldentruppe in San Antonio, Texas loszulassen und mit der Geschichte von Alamo gleichermaßen die Historie des texanischen Unabhängigkeitskrieges einzubeziehen.

An der mexikanischen Grenze werden die verstümmelten Leichen einiger Drogendealer gefunden, was Cop Carlos zunächst als Resultat eines Bandenkrieges abtut. Als er und seine neue Kollegin Taylor jedoch mit weiteren übel zugerichteten Leichen konfrontiert werden, wird es Zeit, dass sich einige Cops und die dubiose Bande von Carlos Sohn zusammenraufen, um den tödlichen Biestern entgegenzuwirken...

Mal wieder werden die bewährten Zutaten für schlichten Monster-Trash in einen Topf geworfen und heraus kommt eine typische Produktion von SyFy, welche aufgrund des flotten Erzähltempos zahlreiche Unzulänglichkeiten zu übertünchen versucht. Zu den üblichen Klischees gehören der allein erziehende Cop mit zwei rebellierenden Sprösslingen, die obligatorischen Differenzen mit der weitaus jüngeren Kollegin und die Tatsache, dass sämtliche Nebenfiguren in erahnbarer Reihenfolge das Zeitliche segnen.

Die Chupacabras darf man sich indes wie Kojoten ohne Fell vorstellen, nur etwas kleiner und entsprechend schwach animiert. Die Bewegungsabläufe sind nicht immer flüssig, zuweilen fehlen Schatten und auch die Ausarbeitung der Köpfe ist ziemlich schlicht ausgefallen. Demgegenüber sorgen die Biester für ein paar blutige Einlagen, da es neben diversen Fleischwunden und offenen Hälsen einige derb zugerichtete Leichen gibt, zumal der Bodycount nicht gerade gering ist.

Ansonsten wird durch zahlreiche Schauplatzwechsel und viel Bewegung Abwechslung geboten, lediglich im Mittelteil stellen sich kleine Hänger ein, als Familienzusammenhalt gepredigt wird und ein vermeintlich leeres Gelände etwas zu lange erkundet wird.
So verfolgt die Truppe eine Horde per GPS, Gegenwehr mit Mikrowelle und elektrischem Küchenmesser sorgen für kleine Erheiterungen, ein seit 200 Jahren unentdeckter Tunnel wird innerhalb von fünf Minuten aufgetan und zum Finale begeben sich die letzten Überlebenden zum Fort Alamo, denn ein wenig Pathos gehört zum Ende unweigerlich dazu.

Die darstellerischen Leistungen (unter anderem Erik Estrada in der Hauptrolle) gleichen sich dem schlichten Niveau der TV-Produktion an, wobei die Synchro mal wieder unterirdisch ausfällt. Zwar setzt der Score ein paar Akzente mit mexikanisch angehauchten Gitarrenklängen und auch Kamera und Schnitt liefern handwerklich passables Material, doch insgesamt merkt man der Produktion das geringe Budget und den schnell erledigten Dreh in vielen Einstellungen an. Somit ist mal wieder nur jenes Klientel unter Genrefreunden angesprochen, welches mit Trash von Syfy umzugehen weiß und zahlreiche Logiklücken sowie unterdurchschnittliche CGI in Kauf nehmen kann, um sich für rund 87 Minuten anspruchslos berieseln zu lassen.
Knapp
6 von 10

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