Besprechung der ca. 6-stündigen TV-Version:
Na wenn das mal nichts ist! Durch eine bestimmte Chemikalie kann man jünger werden. Zwar nur ganz langsam aber beständig. Wer, im besten Alter, wünscht sich das nicht ab und an mal? Harlan Williams, die Hauptfigur aus dem TV-Mini "Golden Years" hat durch einen Unfall dieses Glück(?)! Doch was für Tücken das Ganze mit sich bringt erzählt dieser Film im typischen King-Format. Trotzdem bleibt das ganze Treiben aber weit hinter den anderen King-Minis wie dem aktuellsten "Haus der Verdammnis" oder Klassikern wie "The Stand" zurück. Denn hauptsächlich ist der Film eins: Viel zu lang!
Die Geschichte des Streifens ist dabei aber auf den ersten Blick gar nicht mal so schlecht. Kein Wunder, entspringt sie doch der Fantasie des Horror-Königs überhaupt, Stephen King. Es gibt gut durchdachte Figuren, mysteriöse Geschehnisse und einiges an Action zu bieten. Und Spannung blitzt natürlich auch ab und an durch.
Auf den zweiten Blick fehlt es dann aber doch an einigem. Vor allem die Logik und viele gewünschte Erklärungen bleiben auf der Strecke. Vieles passiert, ohne das man es richtig nachvollziehen kann. Z. Bsp. kommt es zweimal vor, dass Harlem mit grün blinkenden Augen ein Erdbeben fabriziert. Doch warum dies geschieht und vor allem wie das möglich ist, wird einem in keinster Weise erklärt. Außerdem gibt es immer wieder Stellen bei denen man das Gefühl hat, das irgend etwas fehlt. Nachdem Harlem z. Bsp. eins dieser Erdbeben fabriziert hat, ist er in der nächsten Szene gleich wieder putzmunter an einem vollkommen anderen Ort, so als wäre überhaupt nichts passiert. Zudem wird einem der ganze Verjüngungsprozess Harlems ebenfalls in kaum einer Weise erklärt. Es ist wirklich viel was hier fehlt und was bis zum Schluss am losen Faden hängt.
Aber nicht nur diese Unlogikkeiten und Erklärungsnöte sind es die dem Zuschauer das Filmerlebnis vermiesen. Auch die heftigen Längen tun ihr übriges. Mag sein dass es in der normalen Version nicht ganz so schlimm ist, doch die sechsstündige TV-Version wirkt an vielen Stellen arg in die Länge gezogen. Mit belanglosen und drögen Dialogen zieht sich eine Szene nach der anderen wie ein Kaugummi. Man merkt einfach zu deutlich, dass es den Machern des Films oft nicht gelungen ist, die Story interessant voran zu treiben und mit so viel Inhalt zu füllen, dass es für 6 Stunden ausreicht. Schade!
Am schlimmsten ist aber das Ende geworden, dass so enttäuschend ist wie schon lange nicht mehr. Nachdem man fast 360 lange Filmminuten hinter sich gebracht hat, wird man mit einem Schluss gestraft, der einen nur bitter enttäuscht zurück lässt. Viel zu kurz, viel zu billig und absolut blödsinnig, da man auch dieses Vorkommnis nicht erklärt kriegt. Es passiert halt einfach und alles ist in bester Ordnung. So kann man seine Zuschauer wirklich verärgern.
Dennoch hat der Film seine Momente und einige Details sind auch wirklich gelungen. Z. Bsp. hat man es geschafft die Hauptfiguren äußerst sympathisch zu gestalten. Vor allem Harlem und seine Frau wachsen einem schnell ans Herz und man fiebert doch mit ihnen mit, dass alles auch wirklich gut ausgeht. Dazu Agent Andrews, der wirklich herrlich fies und bösartig geraten ist und den perfekten Gegenpol bildet. So muss das sein!
Und was die Inszenierung angeht, ist ebenfalls alles in Butter. Wenn man bedenkt, das es sich hierbei um einen TV- bzw. Videofilm handelt kann man sogar mehr als zufrieden sein. Die Action ist recht knackig geworden und kann mit guter Ausarbeitung protzen. Die Special Effekts passen und sind für einen Fernsehfilm alles andere als schlecht. Dazu gibt es eine gute Kameraarbeit und eine recht straffe Regie. Man merkt doch recht deutlich, dass man versucht hat, aus dem schwachen Drehbuch, noch einiges raus zu holen. So darf man zumindest auch mit diesem Punkt recht zufrieden sein.
Als letztes sollten auch noch die Schauspieler erwähnt werden, die ebenfalls allesamt auf recht gutem und glaubwürdigem Niveau spielen. Keith Szarabajka stellt den immer jünger werdenden Harlem wirklich gekonnt in Szene, genauso wie R.D. Call als Ober-Bösewicht Andrews überzeugt. Am besten von allen ist aber Frances Sternhagen, die man schon in anderen King-Adaptionen wie "Misery" schätzen gelernt hat. Ihre Rolle als liebevolle Ehefrau, die nicht so recht weiß wie sie mit ihrem immer veränderten Mann umgehen soll, macht sie einfach sensationell gut. Und Stephen King vergisst seinen Cameo-Auftritt natürlich auch nicht.
Fazit: Eigentlich ein recht interessantes und spannendes Sci-Fi-Thriller-Drama, das aber durch viele Logiklöcher, fehlenden Erklärungen und viel zu heftigen Längen leider viel von seinem anfänglichen Reiz einbüßt. Währen da nicht die höchst sympathischen Figuren und die flotte und gekonnte Inszenierung des Ganzen, dann hätte man sich diese eher missglückte Mini-Serie durchaus sparen können. Somit kann man sich das Ganze aber dennoch wenigstens einmal antun.
Und wer mal wieder mal ein richtiges Schlafmittel braucht, der ist bei diesem sechs-stündigen Langeweiler ebenfalls bestens aufgehoben.
Wertung: 5/10