Eigentlich traut man einem halbwegs erfahrenen Regisseur wie Robert Luketic einen soliden Thriller zu, welcher obendrein mit einer kleinen Starbesetzung lockt. Doch wer bislang eher unterdurchschnittliche romantische Komödien zustande brachte, ist selbst mit simplem Spionagestoff so überfordert, dass er darüber hinaus vergisst, die Geschichte mit spannenden Einlagen anzureichern.
Adam (Liam Hemsworth) ist ein ambitionierter Computerspezialist, der von seinem Boss Wyatt (Gary Oldman) kurzerhand gefeuert wird. Noch am selben Abend verballern Adam und seine Kumpels jede Menge Kohle zu Lasten des ehemaligen Arbeitgebers, woraufhin dieser Adam in der Hand hat: Er soll seinen ehemaligen Mentor und Partner Jock (Harrison Ford) ausspionieren und sich in dessen Unternehmen "Eikon" einschleusen...
Die IT-Branche ist ein schnelllebiger Bereich geworden, denn weist ein Smartphone eklatante Mängel auf oder wird von der Kundschaft nicht entsprechend angenommen, kann ein Erfolgsteam rasch im Keller des Erfolgs verschwinden, während anderen eine bahnbrechende Idee reichen kann, um dauerhaft im Geschäft zu bleiben. Leider vergessen viele Entwickler, dass manche Menschen nebenbei auch noch telefonieren möchten, anstatt sich mitteilen zu lassen, wie viele Kalorien denn der Hummer bei Etepetete mit sich bringt.
Leider schöpft Luketic lediglich Ansätze der neuen Technologien aus, indem er auf erweitertes GPS und eine immerhin clevere Mail-Umleitung setzt. Stattdessen wird das Ganze dröge und unkreativ vorgetragen, so dass man bei jeder Szene bereits ahnen kann, an welcher Stelle diese eine Fortsetzung finden wird. Als Adam nach einem One-Night-Stand noch nicht einmal den Namen der hübschen Unbekannten erfährt, entpuppt sich diese prompt als neue Arbeitskollegin Emma (Amber Heard) und auch einige Dialoge mit seinem Dad (Richard Dreyfuss) erhalten eine schwarzweißmalerische Wendung von melodramatisch hin zu kitschig.
Wie man hingegen spannende Ereignisse in Szene setzen kann, interessiert Luketic anscheinend nicht.
So wirkt eine kurze Verfolgungsszene innerhalb des faden Treibens beinahe wie ein Fremdkörper, Hemsworths Ausstrahlung reicht gerade einmal für den Job als Marktleiter eines piefigen Getränkemarktes, während die alteingesessenen Mimen größtenteils gelangweilt wirken, das müde Treiben jedoch immerhin noch ein wenig am Laufen halten.
Nebenher mischt noch das FBI mit, es geht um Überwachung und Sicherheit, am Ende auch um Loyalität und Gerechtigkeit, bis es gen Showdown immerhin zu kleineren Twists kommt, auch wenn diese nicht sonderlich umhauen und sich teilweise meilenweit gegen den Wind ankündigen.
Im Gesamtbild überrascht hier rein gar nichts, einige Darsteller werden eher verheizt als überhaupt irgendwie gefordert zu werden und bei alledem ermüdet selbst der eingängige Score nach einer Weile. Auch handwerklich gibt es keinerlei Auffälligkeiten, so dass der im Kern ohnehin schon angestaubte Stoff nicht lange nachwirken dürfte. Ereignisarm plätschert "Paranoia" ohne Höhepunkte vor sich hin und bindet Figuren ein, die sich weder entwickeln, noch sonst irgendwelche paranoide Eigenschaften mitbringen, denn das hätte womöglich für Suspense gesorgt...
3,5 von 10