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Die 8 Millionen Euro Budget und die großzügigen Filmförderungsgelder in Form unserer Steuern hätte man besser anders angelegt und ein paar engagierten Genre Jungfilmern gegeben. Die Story von HELDEN - WENN DEIN LAND DICH BRAUCHT ist so hanebüchen wie nur möglich. Ein vom Teilchenbeschleuniger LHC erzeugtes schwarzes Loch stürzt Deutschland in grobe Verwüstung und nur unsere bekannten TV-Helden Hannes Jaenicke und Christiane Paul können Schland vielleicht noch retten.

Von dem technischen Schwachsinn dieses Szenarios und der völlig abstrus dargestellten Arbeit im LHC mal abgesehen, und dass dann natürlich erst einmal nur Deutschland betroffen ist, ist die ganze Darstellung der Effekte sowie der gestelzten Emotionalität der deutschen (RTL-) Starriege um Christiane Paul, Hannes Jaenicke, Heiner Lauterbach, Armin Rhode völlig daneben.

Habe ich jetzt etwas Yvonne Catterfeld in dieser Aufzählung absichtlich vergessen. Ja. Sie sollte wie alle anderen in dem schwarzen Loch verschwinden für diese Leistung. Ist es ein Spoiler, wenn ich befriedigt verrate, dass sie genau dieses Schicksal erleidet? Das schwarze Loch scheint also recht geschmackssicher zu sein. Das storyseitige Szenario kann man sogar durchaus akzeptieren, da ist HELDEN kaum einen Deut besser als viele hochgelobte internationale Blockbuster.

Die Dramaturgie ist aber so holperig und holzschnittartig wie die jeden Fakt zäh erklärenden Dialoge. Wenn Christiane Paul etwas von einem schwarzen Loch erklärt, wirkt das so glaubwürdig wie Boris Becker als Literaturnobelpreisträger. Die Action schlägt dem Fass die Krone aus. Satelliten stürzen ab und haben nichts Besseres zu tun als punktgenau im Reichstag oder auf der Siegessäule zu landen. HELDEN hätte phantastisches Trashpotential und könnte deutlich höher bewertet werden, wenn es sich nicht so ernst nehmen würde. Leider ist genau das Gegenteil der Fall.

Welch' ein Zufall! Ein wirklich hundsgemeines schwarzes Loch. Die internationalen politischen Bezüge wirken wie eine Satire und sind klischeehaft bis zum Anschlag. Für Sekunden ergreift einem auch mal eine Art dramatisches Gefühl, um dann aber wieder ganz schnell in den für eine TV-Produktion ungewöhnlich groben Wunden aufzuwachen. Dazu gesellen sich haarsträubende CGI- Explosionen wie aus einem THE ASYLUM Trashstreifen und eine pseudo-apokalyptische Stimmung, die nur noch von den Effekten wie aus einem Nachmittagskinder Actionfilm gegen Ende getoppt werden. HELDEN ist unbeschreibbar und unsäglich und nur völlig TV-verseuchte Seher können hier noch einen Mehrwert daraus ziehen…

2/10 Punkten

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