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EMPIRE STATE ist leider eine etwas durchwachsene Mischung aus Drama, Thriller und Milieustudie, in der es um Träume, Ziele und gescheitere Lebensentwürfe eines Durchschnitt Amerikaners geht. Mit nur 11 Mio. Dollar Gesamtbudget, für das die meisten Stars als Gage noch nicht mal antreten würden, sollte man selbstverständlich nicht zu hohe Erwartungen haben. Am Ende präsentiert sich EMPIRE STATE als ganz und gar durchschnittlicher B-Film, dessen Konsum keinen filmhistorischen Mehrwert, aber auch nicht wirkliche bleibende Schäden hinterlässt. Und auch eine Logik des Verhaltens einiger Protagonisten und generell Authentizität stehen nicht im Vordergrund wenn man mal genauer in die Schutzmechanismen für die im Film vorkommenden riesigen Mengen Geld Einblick gewinnt. 

Dabei ist die Geschichte grundsätzlich recht ansprechend: In den Achtzigern in New York steht Chris (Liam Hemsworth) zunächst im Mittelpunkt mit seinem Traum eine Anstellung bei der New Yorker Polizei (NYPD) zu bekommen. Da dies nicht klappt, heuert er als Wachmann an. Als bei einem Überfall sein Partner getötet wird überschlagen sich die Ereignisse, die insbesondere von NYPD Ermittler Ransome (Dwayne - The Rock - Johnson) angefeuert werden…EMPIRE STATE ist leider weder Fisch noch Fleisch, noch Thriller noch Drama und die immer wieder eingestreuten Versuche in Richtung einer Milieustudie scheitern an der meist gebotenen Oberflächlichkeit. Man leidet mit keinem der Protagonisten wirklich mit und große Emotionen werden nicht angeboten.

In weiten Strecken von EMPIRE STATE herrscht wenig Spannung und manchmal wird sie versucht zu erzwingen und wirkt deswegen nicht authentisch. Dwayne Johnson hätte ich gerne im Rahmen seiner Möglichkeiten eine solide Leistung bescheinigt, denn dass er in diesem Genre ansatzweise adäquat mitschwimmen kann, hat er nicht zuletzt in SNITCH oder auch PAIN & GAIN gezeigt. Er wird hier aber mehr dafür eingesetzt um ein wenig brachiale Physis in die wenigen Actionsszenen einzubringen. Selbst für einen Dwayne Johnson wirkt EMPIRE STATE wie  bei einer PAIN & GAIN Drehpause über das Wochenende eben mal schnell zwischendurch gedreht.

Es gibt kaum Dramatik, so gut wie keine Action und nicht einmal ein paar erinnerungswerte Sprüche, Dialoge oder auch nur einen one-liner zu vermelden. Bei der etwas abwechslungsreicheren Handlung in der Mitte des Films keimt Hoffnung auf, welche aber dramaturgisch nach hinten raus wieder leichtfertig verspielt wird. Oft herrschen recht unkomplexe Dialoge, Schnitt und Kameraführung vor, die den Mittelmässigkeits-Status noch weiter untermauern. Liam Hemsworth hat wieder kein gutes Händchen bei der Filmauswahl und steht erneut darstellerisch im Schatten seines größeren Bruders und Thor Darstellers Chris Hemsworth.

Jedoch wird Liam Hemsworth mit dem Risiko der  auf dem Bildschirm gefühlte Teilnahmslosigkeit schon fast zur Stärke in EMPIRE STATE, da sie eng an die eigentliche Ausrichtung der Rolle des Scheiternden anknüpft. Auch sein Partner Eddie (Michael Angarano) wird charakterlich nicht wirklich beleuchtet. Regisseur Dito Montiel hat zuletzt mit dem sehr soliden Cop Drama SON OF NO ONE überzeugt und mit guten Schauspielern sowie Charakterbildung und Story auf die richtigen Faktoren gesetzt. Mit EMPIRE STATE fällt er leider ein wenig in den dunklen B-Film-Sumpf zurück.

3,5/10 Punkten

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