Review

Die Smart


Wenn man zur aktuellen Pandemie-Thematik mal ausgelatschte Pfade umgehen und nicht immer zu den gleichen Verdächtigen greifen will, landet man eventuell, wenn man ein unglückliches Händchen hat, irgendwann auch bei „The Cure“ aka „Virus Outbreak“, wie er hier vertrieben wurde. Ob man sich danach allerdings nochmal auf solche unentdeckteren Wege begibt, ist die Frage, denn dieser Low-Budget-Actionthriller, der fast ausschließlich in einem lahmen Laborkomplex spielt, hat mich maßlos enttäuscht. Oder eher gelangweilt und fassungslos zurückgelassen. Es geht um ein (angehendes/beinahe) Wissenschaftlerpärchen, das in den Laboren eines riesigen Pharmaunternehmens forscht und durch ein Unglück herausfindet, dass dieses schon seit Jahren ein wirkungsvolles Medikament gegen Krebs zurückhält. Doch bevor die beiden dies publik machen können, schließt der gierige Besitzer der Firma alle Schotten und schickt einen Säuberungstrupp hinein, um die wenigen neuen Mitwisser zu beseitigen...

Was jedoch vielversprechend, wie eine Mischung aus „Stirb Langsam“ und „Outbreak“, klingen mag, wirkte auf mich eher wie gewollt aber nicht gekonnt. Weder vom Budget noch vom Talent her. Das ist eher eine Heilung von Schlafstörungen statt Krebs... „The Cure“ ist ein simpler, billiger „Gefangen-in-einem-Gebäude“-Gähner, auf den ich lieber verzichtet hätte und der seinem Genre rein gar nichts Neues abkauft und gleichzeitig Altbewährtes noch nicht einmal wirklich gut runterspult. Ein Fernsehfilm gefühlt - und keiner der besseren! Die Grundidee ist noch mit das Beste, denn die (Verschwörungs-)Theorie, dass es schon längst ein Mittel gegen Krebs gibt, es jedoch profitabler ist, diesen zu behandeln, schwirrt ja schon ewig durch die Welt. Doch der Rest des Films ist einfach nur sau öde. Die Figuren bleiben blass bis durchsichtig, das Ding sieht unendlich künstlich aus, die Locations sind die glattesten Studios, die man aufbauen konnte, das Bisschen Action ist beliebig und rein gar nichts bleibt hängen. Ich war vor drei Stunden erst aufgestanden - und fühlte mich nach 60 Minuten mit diesem Schmarn schon wieder müde und bettfertig. Das darf so nicht sein, das ist Anti-Entertainment. 

Fazit: selbst in 14 Tagen Quarantäne und aus aktuellem Anlass kein guter Tipp - „Virus Outbreak“ ist billigste, blasse DTV-Action-Thriller-„Unterhaltung“. Und die Anführungsstriche gehören genau dorthin.

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