Review

"Dinocroc vs. Supergator", "Django vs. Zombies", "Piranhaconda", "Camel Spiders", "Titanic 2"...
Die Liste könnte man ewig lang fortsetzen. Seit ein paar Jahren hat sich quasi ein neues Genre gebildet: Obwohl man alle diese Filme in die Kategorie "Trash" stecken kann, haben diese Müllberge ausnahmslos etwas gemeinsam: Lasst uns zwei Monster kreuzen und dies als neue ultimative Kreatur durch C-Darsteller schlitzen und fressen - oder Abe Lincoln, Ninjas oder auch Django müssen gegen Zombies antreten.

Neustes Highlight dieses "neuen Genres" ist "Sharknado". Wie der Name bereits vemuten  lässt - Haifisch(e) "Shark", die in einem Tornado durch die Lüfte wirbeln. Das sprengt wirklich den Rahmen des vorstellbaren Trashs und wird mit Sicherheit von knapp 70% der Konsumenten mit ´ner Kiste Bier oder ein paar Tüten abgefeiert werden. Doch sehen wir es uns einmal nüchtern aus meiner Sicht an, ob sich dieser Film  lohnt, ihn überhaupt mal aus der Videothek auszuleihen.


Katastrophen-Stimmung in Los Angeles: Ein heftiges Unwetter zieht über 
die kalifornische Küstenstadt hinweg und mit dem steigenden Wasser und den Flutwellen kommen auch tausende Haien, die die Bewohner aus allen Richtungen attackieren. Zuerst am Strand, danach in Häusern, durch Gulli-Deckel oder auch Swimming-Pools. Strandbarbesitzer Fin Shepard (Ian Ziering "Beverly Hills 90210"), Dauergast George (John Heard), sein bester Freund Baz Hogan (Jaason Simmons) und die Kellnerin Nova (Cassie Scerbo) gelingt  die Flucht in das höher gelegene Zentrum von L.A. , wo Fin´s Ex-Frau April (Tara Reid) mit den beiden Kindern lebt. Das Trio wird noch eingepackt, bevor es in höhere Gefilde geht. Doch der Wasserpegel steigt weiter dramatisch an und aus dem Unwetter entsteht ein Tornado, der sämtliche Haie mitreißt und durch die Luft wirbelt. Die kleine Gruppe patriotischer Amerikaner zieht  schwer bewaffnet mit Pump Guns, Kettensägen und Bomben in den Kampf, um den gefräßigen Viechern den Garaus zu machen...

Zugegeben: Selbst nüchtern hat der Film einen verdammt hohen Trash-Faktor, weil sich dümmliche Darsteller in schlechten Locations mit dummen Sprüchen rumschlagen. Das i-Tüpfelchen sind jedoch sämtliche (ja, wirklich alle!) computeranimierten Effekte, die von jedem Commodere 64 in den Schatten gestellt werden. Ob es jetzt das Gewitter oder allgemein die wechselnde Wetterfront ist, die Haie selbst, Explosionen oder der eigentliche Tornado. Es sieht so mies aus, dass man im Strahl abkotzen könnte. Doch diese komplette Kombination aus verschiedenen Sorten Kuhdung mit der Leichtigkeit, dass sich dieser Streifen selbst nicht allzu ernst nimmt, ist alles so dermaßen armselig, dass es schon wieder gut ist.
Ich denke, wenn ich mir eine Flasche Whiskey vor dem Ansehen den Rachen runtergekippt hätte, würde wohl die Blu Ray schon unterwegs zu mir sein. Aber so (im nüchternen Zustand) reicht mir echt das eine Mal ansehen.

Wie kann man sich den Filmablauf jetzt vorstellen?

Dieser Sharknado, Tornado oder was auch immer dieses Luft-Geschwurbel darstellen soll, taucht eigentlich erst im Final Chapter auf. Vorher fühlt sich dieser Film eher an, wie ein ganz normaler (schlecht gemachter) Hai-Film, bei dem aus allen Löchern die Haie geschossen kommen. Regisseur Anthony C. Ferrante hat quasi gar nichts richtig gemacht. Neben überfluteten Straßen, in denen die Post abgeht und Menschen von Haien auseinandergerissen werden, weiß man fünf Meter weiter davon nichts mehr. Hinter der nächsten Abbiegung läuft das Leben ganz normal weiter, es wird geshoppt - so, als ob dieses Unwetter 500 Kilometer entfernt wäre. Nur um in der nächsten Szene (und wiederum zehn Meter weiter dann wieder ein Weltuntergangsszenario darzustellen. Dennoch schafft es der Film neben seinem trashigen Charme auch hier und da mal ein paar spannende Passagen einzubauen. Das konnte ich bei "Piranhaconda" beispielsweise nicht ausmachen.

 Auch wenn der Film so berechenbar bei den typischen Bauern-Opfern ist, die das Wort "Statisten-Rolle" auf der Stirn blinken haben, so unberechenbar und knüppelhart geht er mit der Gruppe um. Hier sterben einige, bei denen man es nie erwarten würde.


Insgesamt ist "Sharknado" ein gefundes Fressen für alle Aasgeier und Trashsammler. Eine durchgeknallte Idee mit grottenschlechten Schauspielern und den schlechtesten SFX, die ich jemals gesehen habe, harmonieren mit der beknackten Story (das Finale findet im Altersheim statt -ja, wo denn auch sonst?), einer Portion Spannung und der lockeren, humorvollen Gangart irgendwie.

Nüchtern 3/10
Auf irgendwas 5/10

Macht für "Sharknado"

4 von 10 Punkten.

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