Grand Piano - ja, der Flügel war wirklich groß. Größer als der Film.
Als ich im Vorspann las, dass John Cusack mitspielt, hatte ich mich schon gefreut. Okay, dass Elijah Wood die Hauptrolle hatte, war mir klar. Aber dass man von John Cusack kaum etwas sehen würde, war schon schade. Von ihm kam hauptsächlich die Stimme aus dem Off, aus einer Loge, und dann noch über Funk ins Ohr von Wood. Und dann die Bedrohung mit dem tollen Gewehr und seiner Laserzielvorrichtung. Irgendwie erinnerte mich das Szenario an den Thriller "Nicht auflegen!" mit Colin Farrell. Auch durfte Wood nicht aufhören, Klavier zu spielen. Schlimmer noch, er durfte sich auch nicht um eine Note verspielen. Dass er sich bei all dem Stress auch noch nebenbei mit seinem Peiniger über den Funkempfänger unterhalten konnte, ist schon einsame Spitze.
Nun, es handelt sich um einen Suspense Thriller der oberen Mittelklasse, würde ich sagen. Die meisten Darsteller liefern eine gute Show, ein paar sehen aber doch nach Overacting aus. Das störte irgendwie. Egal, waren ja auch nur Opfer. An einigen Stellen, wo man Spannung aufbauen wollte, hat das nicht so recht geklappt.
Mir geht es manchmal so, dass mich die Klaviermusik in solchen Filmen, in denen es hauptsächlich um klassische Musik geht, ziemlich nervt und vom Film ablenkt. Auch in Grand Piano wird nur klassische Musik gespielt, aber hier nervt sie nicht, da sie nicht ständig im Vordergrund steht. Glück gehabt. Wenn ich da an "Die Klavierspielerin" mit Isabelle Huppert denke, bekomme ich jetzt noch Kopfschmerzen. Da hat mich die Klaviermusik echt genervt.
Im Endeffekt war es ein recht kurzweiliger Film. Er hatte keine Längen, eine relativ kurze Spielzeit - die auch vollkommen ausreichend war - und auf Logiklöcher oder Drehbuchschwächen habe ich nicht geachtet.
Einen Punkt ziehe ich ab, weil John Cusack nur so kurz zu sehen war. Aber vielleicht war das auch dramaturgisch erforderlich. Ich weiß es nicht.
Einen Punkt ziehe ich für Overacting ab.
Einen Punkt ziehe ich für das Psychogebabbel ab.