Vampir-Filme gehören genauso wie Zombie- oder Found-Footage-Movies zu jenen Produktionen die derzeit in inflationärer Weise auf den Markt geworfen werden; kostengünstig produziert mit dünner Handlung und weitgehend unbekannten DarstellerInnen.
Ein Besuch der Videothek löst dann schon mal eine Gähn-Attacke aus, wenn man nur noch Remakes und "Teil 2, 3, 4 oder 1000" von altbekannten Geschichten in den Regalen vorfindet.
"Fright Night" ist da keine Ausnahme. Schon den 80iger Jahren des 20. Jahrhunderts gab es zwei Teile, die mir als kleinen Fratz damals wohliges Gruseln bescherten und mich dazu brachten, die Pizza auch mal mit einem Schuss Knoblauch zu essen. Nur zur reinen Vorsicht selbstverständlich...
2011 folgte dann das obligatorische Remake und weils so lustig ist und hungrige Film-Konsumenten sich gerne von ansprechenden Titeln blenden lassen, zauberte man "Fright Night 2" aus dem Hut.
Leider hat Letzterer abgesehen vom Titel und einigen Namen der Haupt-Charaktere rein gar nix mehr mit der Ursprungs-Story zu tun.
Charly Brewster, seine Ex-Freundin und sein Kumpel "Evil" besuchen mit weiteren Amerikanern im Rahmen eines Auslands-Semesters eine rumänische Universität. Den ganzen Schmunzes mit den Beziehungsproblemen hab ich dann dezent mal überhört, aber das gehört anscheinend einfach dazu dass innerhalb des Hauptdarsteller-Pärchens die Luft zum Schneiden ist. Das übliche Story-Schema eben.
Erst als eine der Professorinnen der Uni die Bühne betritt wird die Geschichte interessanter. Es handelt sich nämlich - wie man später herausfindet - um niemand Geringeren als "Gräfin Dracula", auch bekannt als "Elisabeth Bathory" höchstpersönlich (Hintergrund-Infos zur real existiertenden Person gibts in meinem Review zu "Die Blutgräfin").
Die Wahl der britischen Schauspielerin Jaime Murray für diese Rolle war goldrichtig: Sie verkörpert das verführende Böse mit einer solchen "versexten" Inbrunst, dass es eine wahre Freude ist. Im Gegensatz zu früheren Rollen der letzten jahre hält sie sich mit Nacktszenen jedoch eher bedeckt, was der Atmosphäre jedoch keinen Abbruch tut.
Schnell wird klar dass Gräfin Dracula nur an einem interessiert ist: Nämlich an Knoblauch-Butter-Broten....
Scherz!
...Selbstverständlich am roten Lebens-Saft der Teenager und so gibt es innerhalb der Studenten-Gruppe bereits erste Opfer zu beklagen. So richtig sauer wird Charly aber erst, als die Gräfin ein großes Interesse an seiner Ex zu entwickeln beginnt. Diese hat nämlich das "Problem" noch Jungfrau und an irgendeiner besonderen Vollmond-Nacht geboren zu sein und daher kann sie der Gräfin unter anderem bei der Lösung ihres Tageslicht-Problems sehr behilflich sein. Allerdings nur mit einer kleinen Blutspende und das gefällt unserem lieben Charly natürlich eher mäßig.
Wie es nun weitergeht kann man sich denken und ich will auch niemanden die Spannung mit irgendwelchen Spoilern verderben.
Die Effekte sind sauber gemacht, die Damen durchwegs optisch ansprechend (Jamie Murray ist BOMBE!! ;-) ) und auch der Nackig-Faktor macht sich dann und wann mal bemerkbar. Die historischen Hintergründe sind zwar schlampig recherchiert und teilweise haarsträubend aber was solls.... das ist ein Spielfilm und keine wissenschaftliche Doku. Wer sich darum und um die nur mittelmässig interessant aufgebaute Story keine Gedanken macht, erlebt einen schönen DVD-Abend.
5/10 Punkten (2 für den Film und 3 Punkte nur für Jaime Murray!!)