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In Sylvester Stallones "The Expendables" trafen sie das erste Mal in einer kurzen Szene aufeinander, im zweiten Teil des erfolgreichen Old School Action-Franchise war Schwarzeneggers Rolle, der mittlerweile der Politik den Rücken gekehrt hatte, schon wesentlich größer - doch erst in dem Knast-Thriller "Escape Plan" sollten die beiden Urgesteine des Actionfilms in gleichwertigen Hauptrollen erneut aufeinander treffen.
Doch wer denkt, es bei "Escape Plan" mit einem explosiven nonstop Bleigewitter zu tun zu haben, nur weil "Rambo" und der "Terminator" gemeinsam in einer geheimen, von der Außenwelt vollkommen abgeschotteten High-Tech-Sicherheitseinrichtung einsitzen, ist einem gewaltigen Trugschluss aufgesessen.

Mikael Hafströms Thriller orientiert sich vielmehr an dem US-Serienhit "Prison Break" und setzt dabei auf intelligentes Entertainment, in dem gewaltige Explosionen und Bleigewitter allenfalls eine untergeordnete Rolle spielen.
Sylvester Stallone ist Ray Breslin, Mitinhaber einer unabhängigen Sicherheitsfirma und Ausbruch-Experte, spezialisiert darauf, die Schwachstellen in Sicherheitseinrichtungen aufzudecken und Gefängnisse ausbruchsicher zu machen. Und in ein solches Gefängnis, das nach seinen Vorgaben errichtet wurde, wird Breslin im Rahmen eines Sicherheitschecks gesteckt - doch der Auftrag entpuppt sich als Verschwörung und so muss Breslin sein eigenes Sicherheitssystem austricksen, um der Hölle zu entkommen. Dabei steht ihm der geheimnisvolle und ebenso charismatische Emil Rottmeyer (Arnold Schwarzenegger mit einer mehr als gewöhnungsbedürftigen Synchronstimme) hilfreich zur Seite.

Wie so ein Ausbruch von innen über die Bühne geht, versucht uns "Escape Plan" in den ersten 20 Minuten des Films zu schildern und exakt nach diesen Vorgaben arbeiten sich Breslin und Rottmeyer auch innerhalb des undurchdringlichen Komplexes vor, treffen dabei jedoch auf den Widerstand des korrupten Direktors und seines sadistischen Wärters, die von Jim Caviezel ("Person Of Interest") und Vinnie Jones ("The Midnight Meat Train") dargestellt werden.
Vor allem Caviezel geht in seiner Rolle wunderbar auf und spielt die beiden Recken, deren Charaktere zwar selbstironisch und ihres Alters entsprechend angelegt sind, mit Leichtigkeit an die Wand.

Dem durchaus vorhandenen Unterhaltungswert zum Trotz, kann "Escape Plane" allerdings in mehreren Punkten nicht voll und ganz überzeugen:
mit dem Ausbruch aus einem staatlichen Gefängnis wird der Film zwar erzählerisch perfekt eingeleitet, doch die Haupthandlung in dem High-Tech-Bunker inklusive diverser Nebenstränge wie die Verschwörung um Breslin und den geheimnisvollen Rottmeyer, wirkt streckenweise überkonstruiert.
Wer im Hintergrund die Fäden zieht ist genauso schnell durchschaut wie die Tatsache, dass der Gefängnisarzt (dargestellt von Sam Neill) zu guter Letzt Breslin bei seinem Fluchtversuch unterstützt, wogegen die finale Konfrontation mit Breslins Verräter und die wahre Identität Rottmeyers in Sekundenschnelle unbefriedigend abgehandelt wird.
Ebenso mangelt es dem Film an der genretypischen Härte und der obligatorischen Knast-Atmosphäre und mangels Laufzeit wirken die Vorbereitungen, die zum finalen Ausbruch führen, über weite Strecken unlogisch und unglaubwürdig.
Während "Prison Break" den kompletten Ausbruch minutiös in 21 Serienepisoden in den Fokus der Handlung stellte, wird dies in "Escape Plan" in knapp 75 Minuten abgehandelt und wirkt vielmehr wie ein gemütlicher Spaziergang an einem sonnigen Sonntagnachmittag als wie ein gefährlicher Ausbruch aus einem Hochsicherheitstrakt.

Sieht man von diesen Schwachstellen einmal ab, bleibt unter dem Strich dennoch ein kurzweiliges, unterhaltsames Stück Entertainment, dem es hier und da etwas an Humor mangelt. Der finale Ausbruch, inklusive eines wohl dosierten und routiniert inszenierten Actionanteils, gleicht die dialoglastige Inszenierung etwas aus und sorgt noch für den einen oder anderen Spannungsmoment.

Überkonstruiert, vorhersehbar und ohne großartige Überraschungen - aber niemals langweilig und bis in die kleinsten Nebenrollen perfekt besetzt. Es geht besser, aber auch durchaus schlechter...

7/10

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