Die einen nennen es Nostalgie, die anderen altbacken, wenn zwei Schwergewichte der 80er Action aufeinander treffen. Natürlich kommt ein Streifen dieser Art ein paar Jahrzehnte zu spät, doch Regisseur Mikael Håfström findet einen goldenen Mittelweg, um die Ikonen einerseits cool und andererseits nie unglaubwürdig aussehen zu lassen.
Ray Breslin (Sylvester Stallone) arbeitet für eine Sicherheitsfirma, die ihn in Gefängnisse einschleust, um etwaige Institutionen auf Sicherheitsmängel zu untersuchen, woraufhin ihm grundlegend der Ausbruch gelingt. Für einen neuen Auftrag wird er von der CIA angeheuert, um ein Gefängnis an einem geheimen Standort zu testen. Doch nachdem klar wird, dass der hiesige Direktor Hobbes (Jim Caviezel) nicht der versprochene Verbindungsmann ist, kann Breslin allenfalls dem Mithäftling Rottmayer (Arnold Schwarzenegger) trauen…
Weiß man inhaltlich noch rein gar nichts über die Handlung, überrascht der Einstieg durchaus, denn erst nach einigen Minuten wird deutlich, auf welcher Mission sich Breslin überhaupt befindet. Fühlt man sich anfangs noch ein wenig an „Lock up“ erinnert, wechselt die Szenerie etwas später zu einer ähnlichen wie in „Fortress – Die Festung“. Einige Zellen sind aus Glas, alles wird penibel via Monitore observiert, während die Wärter schwarze Masken tragen, deren Sichtfeld dadurch reichlich eingeschränkt sein dürfte.
Klischees bleiben natürlich nicht aus, denn neben dem arroganten Direktor gibt es ein paar fiese Wärter (unter anderem Vinnie Jones) und reichlich konstruierte Vorgänge, damit der Plot überhaupt voran kommt. Ausgebremst wird er ein wenig vom Nebenhandlungsstrang der nachforschenden Kollegen, die einer Verschwörungstheorie auf der Spur sind.
Das erste Aufeinandertreffen der beiden Haudegen erfolgt nach rund einer halben Stunde und ab da dauert es nicht lange, bis die Fäuste fliegen. Die Action ist gut auf die alten Herren abgestimmt, kommt nie übertreiben daher, offenbart aber dennoch, dass die beiden für ihr Alter noch einigermaßen beweglich sind. Mimisch muss man zwar wie gewohnt Abstriche machen, doch Sly und Schwarzenegger bringen genügend Präsenz mit, um derartige Mankos zu kaschieren.
Zwar ist es zuweilen an den Haaren herbeigezogen, wie Breslin bestimmte Teile des Ausbruchs plant, doch kurzweilig fällt das Treiben allemal aus, zumal ein paar wenige Sprüche auflockern und die Action gegen Ende, trotz einiger CGI recht ansehnlich ausfällt.
Mit einer Laufzeit von rund 115 Minuten enthält er minimale Längen im Mittelteil, dürfte aber Freunde des Actionkinos der Achtziger und frühen Neunziger insgesamt solide unterhalten.
6,5 von 10