Herzlich willkommen, bei der sympathischsten Horror-Quattrologie des Universums...
Ort des Grauens ist das Wüstenkaff "Perfection", ein Ort abgeschotten von der Außenwelt, in der sich eine Handvoll Leute eine Stadt in der einsamen Idylle erschaffen haben. Walter Chang (Victor Wong) hat den einzigen Einkaufsladen und muss nebenbei noch als Treffpunkt und Stammtisch herhalten. Hauptakteure sind jedoch dass Buddy-Gespann Earl Bassett (Fred Ward) und Valentine McKee (Kevin Bacon), zwei Aussteiger, die die Malocher-Jobs dort erledigen und von einem besseren Leben träumen. Nachdem beide von der Einöde die Nase voll haben und verschwinden wollen, tauchen unterwegs die ersten Opfer der Raketenwürmer auf. Erst von einem Serienmörder ausgehend, verdichten sich die Hinweise, dass man es mit einer Killer-Mutation riesiger Würmer zu tun hat. Abgeschotten von der Außenwelt (Die einzigen Straßen sind durch Gesteinsbrocken blockiert, Telefonleitungen "angebissen") stellen sich die Einwohner den "Raketenwürmern"...
Ron Underwood´s Film rockt...
Eine Mischung aus Buddy-Film (OK, Kevin Bacon und Fred Ward sind nicht die beste Wahl, gehen aber absolut in Ordnung), humoristischen Elementen, schrillen Charakteren und ein wenig Action gepaart mit Horror sollen sich als sehr unterhaltsam rausstellen.
Mensch und Monster halten sich dabei die Waagschale im Konkurrenz-Kampf ums Überleben: Beide lernen im Film dazu. Im Verlauf lernen die Einwohner, dass die Würmer wohl nur auf Schall-Wellen reagieren, oder wie sie sich fortbewegen etc. - und die Monster, dass nicht jeder dahin geworfene Happen (Dynamit-Angeln) ein menschliches Leibgericht darstellt.
Trotz vorrangig herrschendem Horror gibt´s immer wieder etwas zu schmunzeln: Die Wortgefechte unserer beiden Stars, oder "Michael Gross" als Waffen-Narr Burt Gummer in der Rolle seines Lebens (der hier noch mehr eine Nebenrolle spielt, aber von Teil zu Teil immer mehr Gewicht bekommt). Zeitlos unvergessen bleibt das Plattmachen eines der vier Viecher in seinem "Hobby-Keller", den er für den 3. Weltkrieg ausgerüstet hat....
Das Treiben im Film wird nie langweilig, entweder schmunzelt man, lernt aus dem subtilen Treiben genauso dazu wie die Perfection-Einwohner oder man fiebert mit. Die Spannung ist stets vorhanden.
Und so steuert man auf das Finale hinzu, hier und da bleibt mal ein Charakter auf der Strecke, und nach Anschauen von "Tremors 1" ist der Zuschauer glücklich. Nur weiß ich nicht genau, ob das für die heutigen CGI-Verwöhnten noch in Ordnung geht, die SFX sind nicht atemberaubend, aber wenigstens handgemacht und schauen meines Erachtens auch im Jahr 2007 ordentlich aus.
"Im Land der Raketenwürmer" bekommt somit
ein Pünktchen mehr in der Wertung, sozusagen aus Nostalgie-Bonus, da meine Kindheit von diesem Streifen und seinen Prequels profitiert hat. Nur schade, dass Kevin Bacon nach Teil 1 ausgestiegen ist . Auf der anderen Seite auch nicht. Man sollte sich nur mal die Anfangs-Sequenz ganz genau anschauen wie unglaubwürdig er den Handlanger spielt: Nach ca. drei Minuten und 50 Versuchen trifft er endlich mal den Nagel mit dem Hammer, den er probiert in einen Holzkeil zu schlagen. LOL, so dumm stellt sich nichtmals eine Pussy beim Bedienen des DVD-Players an.
Naja, was soll´s. Fred Ward machte ja noch ´nen Teil weiter mit und Burt "Rambo" Gummer blieb uns ja in allen vier Teilen erhalten.
9/10