Sehr ironischer Monsterfilm, mit einer tiefen Verbeugung vor den älteren Werken dieser Art. Regisseur Ron Underwood ( City Slickers, Pluto Nash ) liefert mit " Im Land der Raketenwürmer " ein tolles Regiedebut beim Zuschauer ab. Auch Drehbuchautor S.S. Wilson ließ es sich nicht erträumen, was für ein Erfolg der Film mit sich brachte und das obwohl er Direct To Video ging. Doch auf Video trat der Film seinen Siegeszug an und bis heute gibt es drei weitere Sequels, plus eine Miniserie. Leider gelang Underwood so ein Clou nur einmal, denn heute schlägt er sich mit Serien und mittelmäßigen Spielfilmen herum.
Story:
Das kleine Nest " Perfection " liegt mitten in der Wüste Nevadas. Hier leben nur wenige Menschen, unter ihnen die zwei Gelegenheitsarbeiter Valentine McKee ( Kevin Bacon ) und Earl Bassett ( Fred Ward ). Bald geschehen um das kleine Ort herum seltsame Morde und Menschen verschwinden spurlos. Durch die Wissenschaftlerin Rhonda LeBeck ( Finn Carter ) stoßen Val und Earl bald auf riesige Würmer, welche sich durch das Erdreich graben und leidentschaftliche Fleischfresser sind. Zudem bewegen sich die Viecher auf " Perfection " zu. Für die Evakuierung bleibt keine Zeit und auch der Kontakt zur Außenwelt ist abgebrochen. Die wenigen Einwohner liefern sich einen blutigen Kampf mit den Graboiden.
Man macht hier keinen Hehl daraus, dass die Story nur wenige Erklärungen liefert und nicht gerade originell ist. Über die Riesenwürmer oder Graboiden erfährt man fast nichts und wenn sie schon so alt sind, warum tauchen sie dann erst jetzt auf ? Solche Fragen könnte man sich massenhaft stellen. doch hier ist viel zu viel geboten, als dass man überhaupt versucht einen Sinn zu suchen. Underwood stellt den Zuschauer auch nicht lange auf die Folter und präsentiert die Graboiden ziemlich früh. Richtig spannend ist das Ganze eh nicht, dafür sorgt auch der Humor, welcher sich vor allem in vielen Wortgefechten wiederspiegelt. Überhaupt besitzt der ganze Film ein sehr ironisches Anglitz. Ernst nehmen kann man hier nichts, daher ist auch der Spassfaktor so unheimlich hoch.
Nur hätte ich mir ein paar Goreeffekte gewünscht, denn davon hat der Film fast gar nichts zu bieten. Die meisten Morde gehen völlig unblutig oder im Off von Statten. Nur beim Mord des Ladenbesitzers bekommt man etwas Blut zu sehen, ansonsten werden die Opfer meist in die Erde gezogen. Nur ein paar blutige Resultate bekommt man zu Gesicht. Dafür sind die Raketenwürmer toll animiert worden, komplett handgemacht. Diese sind nur schwer zu besiegen und haben ein verdammt gutes Gehör. So haben es die Einwohner sehr schwer die drei Riesenwürmer zu töten, denn selbst mit Riesenwummen kommt man ihnen nicht bei. Daraus entsteht jede Menge Action und Hetzjagden. Man muss zum Teil sogar mit Stabhochsprung von Felsen zu Felsen hechten, da dies der einzige Platz ist, wo die Graboiden nicht hinkönnen. Im Finale hätte man noch etwas Besonderes bieten können, denn ich finde der letzte Wurm ist viel zu schnell tot.
Die Wüste ist für so einen Film der perfekte Ort. Es ist keinerlei Hilfe in Sicht, die Raketenwürmer haben jeden möglichen Fluchtweg zerstört, plus Telefonkabel. Der Score besteht hauptsächlich aus Countrysounds.
Kevin Bacon und Fred Ward sind ein tolles Team und unterhalten vor allem durch ihre ewigen Streitereien und Wortgefechte. Beide liefern eine sehr sympatische Show, so wie der rest des Feldes. Michael Gross als Waffennarr Burt Gummer agiert herrlich überdreht, stets auf den dritten Weltkrieg vorbereitet.
Fazit:
Einfach ein diebischer Spass für fast Jedermann. Es werden zwar wenige Fragen beantwortet, doch dafür wird man prächtig unterhalten mit jeder Menge Action und Humor. Mit der Spannung ist es nicht so weit her, aber Längen treten nie auf. Die Darsteller agieren alle sehr humorvoll, dazu gibt es die passende Kulisse und einen netten Countryscore.
Nicht überragend, aber schon irgendwie etwas kultig, das Ansehen macht nun mal unheimlich Fun.