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In einem kleinen Wüstenkaff namens "Perfection" ist die Hölle los: Nachdem die Typen Val und Earl einige Leichen gefunden haben, lässt der Grund dafür nicht lange aus sich warten: Übergrosse Würmer, wandernd unter der Erde in einer schnellen Geschwindigkeit, jagen die armen Bewohner des Kaffs. Nach einigen Leichen mehr, verschanzt man sich auf diversen Häuserdächern und versucht leise zu sein, denn diese Würmer haben keine Augen, dafür spüren sie die kleinsten Bewegungen. Doch die Zeit rennt ihnen davon, die Sonne wird heißer, der Tag länger und die verfluchten Würmer hauen nicht ab. Ein Wettlauf mit der Zeit hat begonnen. 
Ja es ist nicht alles perfekt in Perfection. Spätestens als die Studentin ungewöhnliche seismische Aktivitäten ortet, kann der Tremors erfahrene Zuschauer ein "jetzt gehts los" anstimmen. Der erste Teil der Graboiden ist eigentlich nichts weiter als ein einfacher B-Movie, der aber solchen Anklang fand, das mittlerweile drei Sequels und eine TV-Serie im Kasten sind. Hier hat man sogar mit Kevin Bacon noch so etwas wie einen echten Hollywoodstar an Bord, der allerdings nach Teil eins aus dm Franchise aussteigt. Star der Show ist ohnehin Michael Gross, den viele wohl noch als Steven Keaton aus Jede Menge Familie kennen werde und seine Figur des Burt Gummer. Ein Rambo Verschnitt vor dem Herrn, dessen Sammlung schwerkalibriger Waffen jedes Mitglied der NRA neidisch machen würde (Autokennzeichen "UZI 4U").
Die Story ist dabei weder sonderlich intelligent noch innovativ, sondern soll im Prinzip eine Hommage an die alten s/w Monsterfilmklassiker der 50er und 60er Jahre darstellen. Erfreulicherweise nehmen die Macher dieses Unterfangen wenig bis gar nicht Ernst, sondern läßt die sympathischen Charactere einfach machen und ihren Spaß haben. Besonders die Dialoge zwischen Val und Earl strotzen nur so vor netten Frotzeleien. Es gibt im gesamten Film nicht einen nominellen Bösewicht, kein Militär, keine gierigen Grundstückspekulante, nur das knappe Dutzend Einwohner von Perfection, das gegen unterirdische Riesenwürmer ums Überleben kämpfen muß. Ich jedenfalls fand es schon mal eine beinahe neue, entspannende Idee nicht auf Teufel komm raus einen bösewichtigen Antagonisten ins Script zu schreiben.  
Die Handlung jedenfalls ist mehr auf Comedy als auf Horror konzipiert, allein schon die ersten Opfer. Nummer eins verdurstet auf einem Strommast, Nummer zwei wird unter die Erde gezogen und auch die Bauarbeiter, die Schuld sind das nacher die Straße in die Freiheit blockiert ist, sind alles andere als typische Horrortode. Auch die Sportart Stabweitsprung erfand Tremors und Gerüchten zufolge soll diese sogar 2032 olympisch werden. Eine Frage läßt der erste Teil allerdings unbeantwortet, nämlich wo die Viecher eigentlich herkommen, sogar die Charactere stellen sich im Film diese Frage, da hatten die Macher wohl vorab schon ein Sequel im Hinterkopf.
Die Effekte der Graboiden können sich dazu auch noch sehen lassen. Die Tiere sind handgemacht, aber mit Liebe zum Deatil fotografiert, lediglich, die "Zungen" sehen eher aus, wie ferngesteuerte Gartenschläuche. Für die vermutlich nicht gerade unerschöpflichen Geldmittel, die zum Verbrauch vorrätig waren, macht Tremors verdammt viel richtig. Tempo, Spaß, Monsteraction, ist alles da. Für mich ein echter Überraschungshit.
8/10

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