Jaja, ein Kultfilm soll er sein.
Bei vielen Filmfans hat "Im Land der Raketenwürmer" diesen Status wohl auch erreicht. Ich bin da anderer Meinung. Natürlich haben wir es hier mit einer guten Horrorkomödie zu tun, die vor allem in visueller Hinsicht Höhepunkte setzt. Die Wüste sieht schon nicht schlecht aus, schöne Naturaufnahmen in satten, vollen Farben, da gibts Nichts zu meckern. Es fängt auch alles sehr sehr vielversprechend an, Val und Earl werden dem Zuschauer als nutzlose Einwohner der kleinen Wüstenstadt Perfection nähergebracht. Sie machen den ganzen Tag eigentlich nichts Anderes, als planlos durch die Landschaft zu fahren und hin und wieder ein Geschäft zu erledigen oder mal etwas Geld zu verdienen, indem sie verschiedene Dinge für andere Personen erledigen.
Dass es sich bei diesem Film um keinen ernsten seiner Art handelt, merkt man nach spätestens 2 Minuten, zu sympathisch und naiv sind die beiden Hauptfiguren gezeichnet. Das ist ein sehr großer Vorteil, denn die Story an sich explodiert ja nicht unbedingt von Realität. Somit vermeidet der Regisseur, unfreiwillig komisch zu werden. Das wäre nämlich passiert, wenn "Im Land der Raketenwürmer" ein ernster Horrorfilm sein sollte. Doch nachdem der Humor garantiert nicht zu kurz kommt, begibt sich das Film-Team erst gar nicht in die Gefahr, für den ein oder anderen unbeabsichtigten Lacher seitens des Publikums zu sorgen. Andererseits nervt die lockere Art der Darsteller auch, da so einfach keine richtige Spannung aufkommt und die Story auch nicht richtig fesselt. Ok, es ist eine Komödie, aber ich für meinen Teil hatte zum Beispiel keine einzige Sekunde den Willen, zu wissen, was als Nächstes passiert. Sogar die ein oder andere Länge taucht hier und da mal auf.
Daher kann ich die Meinung, dass der Film gar ein Klassiker sein soll, überhaupt nicht teilen, vielmehr bildet er einen stinknormalen, durchschnittlichen Unterhaltungsfilm für zwischendurch, über dessen Effekte ich ebenfalls zwiegespalten bin. Einerseits ist das ganz nett gemacht, wenn sich die Riesenwürmer durch den Boden bohren, der Zuschauer also nur die Spur an der Oberfläche sieht. Bekommt man jedoch mal die Monster zu Gesicht, insbesondere die kleinen schlangenartigen Fortsätze, die aus den Mäulern der großen Würmer ragen, revidiert man seine Meinung gleich wieder und hofft insgeheim, dass die Monster in Zukunft nur noch unter der Erde bleiben. Die unterirdische Einstellung, die das Bohren der Würmer näher darstellt, ist auch immer dieselbe, daher eigentlich auch leicht lächerlich.
Die Schauspieler sind überdreht, können aber Nichts dafür, wenn der Drehbuchautor solcher Personen erschaffen hat. Ihre Art nervt nach der Zeit, vor allem, wenn sie immer so wahnsinnig cool rumtun, wenn einer mal wieder nen Plan hat. Das kommt ca. 20 Mal vor, dass irgendjemand plötzlich sagt "Ach wartet mal, ich hab da nen Plan". Und das meistens, nachdem irgendjemand anderer ne vermeintliche Arschmeldung von sich gegeben hat, die sich dann letztendlich doch wieder als ganz hilfreich erweist. Das ist zu Comic- und Cartoonmäßig und vor allem zu naiv. Das kommt einem Horrorfilm einfach nicht zugute.
Das Ende ist dann auch völlig unspektakulär, also eigentlich nicht viel anders als der Rest des Films. Kommt mir irgendwie so vor, als ob das Ganze auf die berüchtigten 90 Minuten gedehnt werden musste, weil den ganzen Film über alle Pläne scheitern und gegen Ende dann ein ganz simpler funktioniert. Das kennt man ja bereits von solchen Filmen. Ein richtiger Showdown findet auf gar keinen Fall statt, der Schluss kommt zwar vorhersehbar, aber doch irgendwie abrupt.
Na ja, so schlecht ist "Im Land der Raketenwürmer" auch nicht, er hat ja auch seine Vorteile, wie z.B. die schöne Wüste, die nett anzusehende Kameraführung und der Spaß, den man zumindest zu Beginn des Films an seinesgleichen hat. Fürs einmalige Ansehen sicherlich geeignet, kann auch als Partyfilm herhalten. Dann sollte man solche Filme aber mögen, ansonsten kann die Stimmung auf der Feier gleich gen 0 sacken. Ich würds nicht tun. 5/10 Punkte