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Die beiden Tagelöhner Earl Bassett (Fred Ward) und Val McKee (Kevin Bacon) haben längst die Schnauze voll von den Hilfsarbeiten, die sie innerhalb eines verschlafenen Kaffs mitten in der Wüste von Nevada verrichten müssen. Doch an dem Tag, an dem sie tatsächlich die Arbeit niederlegen und ihr Glück woanders versuchen wollen, kommt es zu einer Reihe rätselhaft blutiger Vorfälle. Gigantische sich unter der Erde fortbewegende Monster (um nicht zu sagen Würmer, wie der deutsche Titel nahelegt) schnappen nach allem, was sich bewegt bzw. Erschütterungen verursacht.

So kurios die Prämisse, so selbstverständlich, kreativ und klug nutzt sie Regisseur Ron Underwood. Verzichtet auf unnötige Erklärungen, sondern erzählt geradlinig die Geschichte einer Gruppe unterschiedlicher Menschen, die mitten im Nirgendwo mit einer ungewöhnlichen Bedrohung fertig werden müssen. Tremors macht dabei alles richtig, was man nur richtig machen kann. Verzichtet auf langweilige Horrorklischees (so spielt der Film fast gänzlich unter Tag), ist voll und ganz an den ausnehmend liebenswert gezeichneten Figuren interessiert und bietet wundervoll kreative Monster. Recht behutsam werden diese eingeführt, sodass man sie später in voller Pracht bewundern und bestaunen darf. Der sympathische, etwas bedepperte Humor, der bisweilen dem Slapstick nahe kommt, amüsiert ohne sich selbst beständig zu ironisieren und ist wohl das große Erfolgsgeheimnis dieses völlig zurecht kultumwehten Creature Feature. Doch vor allem sind es die akkurat gesetzten Charaktere, denen man hier viel Zeit einräumt. Allen voran Fred Ward und Kevin Bacon als vagabundierende Cowboys, die sich wie ein altes Ehepaar lustvoll zanken, Michael Gross als paranoider Apokalyptiker, der sich mit seiner Frau (Reba McEntire) mit Waffen eindeckt sowie die liebenswert zerstreute Seismologin (Finn Carter) tragen zum wesentlichen Gelingen dieser Horrorkomödie bei. Die sich aus diversen Angriffen ergebenden Actioneinlagen bleiben abwechslungsreich und kreativ inszeniert. Sei es bei den genreüblichen Run-and-Hide Szenarien, oder bei aktiven, waffenstarken Konfrontationen zwischen Mensch und Monster, stets gewitzt, spannend und temporeich weiß der Film dies einzufangen.

Ron Underwood wusste seinen Fokus richtig zu setzen: Keine so ausschweifenden, wie letztlich uninteressanten Erklärungen, kein falscher Verlass auf plumpe Horrorklischees, sondern vermehrt Aufmerksamkeit auf ein tolles Setting, harmlosen, aber liebenswerten Humor und seine Charaktere, die obgleich selbst Stereotypien entsprungen, so jedoch von tollen Schauspielern getragen und mit Charisma versehen.

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