Review

Wurmkur für die B-Movie-Seele


„Tremors“ ist einer dieser 90er-Monstermovies, den ich mir immer wieder locker und gerne angucken kann. Ob nebenbei, ob voll konzentriert. Ob mit Bier oder nüchtern wie der Papst. Der geht immer. Sogar weite Teile der ganzen Reihe tun das. Doch dieses Original bleibt (wie so oft) unerreicht von seinen Nachfahren. Und von heutigem gänzlich beabsichtigen Monstertrash erst recht. In der Horrorkomödie zwischen „Der Blob“ und „Dune“ greifen unterirdische, urzeitliche Riesenwürmer eine staubige Ranchergemeinde im amerikanischen Nirgendwo an - und die Wüste wird plötzlich erstaunlich konstant bewässert. Denn Blut besteht bekanntlich zu großen Teilen aus Wasser…

Recht spät bin ich an die „Tremors“-Reihe gekommen. In etwa das Gegenteil der „Critters“, die ich schon viel zu früh als Kind genießen „durfte“. Doch missen will ich diese gefräßigen Walwürmer nie und nimmer mehr. „Tremors“ von 1990 ist natürlich noch mit 80er-Flair behaftet, atmet jedoch genauso und völlig beabsichtigt 50er-Sci-Fi-Horror-Luft aus. Nimmt zudem genauso Asylum und Co. voraus - nur in gut, handgemacht und nicht ganz so trashig. Die Rednecks sind hier mal noch durchgängig sympathisch. Bacon Prime. Heißes Wüsten- und Sommerfeeling. Da wird jedem Genrefan warm um's Herz. Retro und glorreich. Tolle Balance aus Humor, Herz und Horror. Fies, eklig, aber mit Spaß bei der saftigen Sache. Die Wurmmonster können einem echt Angst machen, gerade wenn man wie ich schlangenähnliche Tiere überhaupt nicht toll findet. Hier gibt’s sie in gross, klein, ineinander und immer hungrig, schleimig, zahnreich. Und für uns Monsterheads ist das der perfekte Sonnen- und Seelensnack. 

Fazit: Würmer, Witze, Weiber und die weite Walachei - „Tremors“ ist einer der sympathischsten und sandigsten Monstermovies der letzten 30 Jahre! 

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