Die Suche nach seiner spurlos verschwundenen Ehefrau in einem Mietshaus voller seltsamer Einwohner gerät für einen Mann zum horriblen Psycho-Trip. Mir diesen einen Satz rauszupressen, war für mich schon schwierig genug... er ist auch mehr der Versuch einer Inhaltsangabe. Die "Amer"-Macher legen nach ihrem besagten Giallo-Experimentalfilm nach, sind diesmal allerdings noch weniger als bei diesem an einer nachvollziehbaren Narrative interessiert, sondern ergehen sich bis zum Exzess in einem filmischen Gestaltungs-Wirrwarr sowie aufdringlichen Farb-Schemata und Bild-Kompositionen. Ein paar plakative Schockbilder, mit denen man zusätzlich dem Genre hofiert (blutige Rasiermesser-Morde etc.) liefern da noch am ehesten sowas wie Ankerpunkte zum Entlanghangeln in einem Film, der wirkt, als hätte ein bekiffter David Lynch versucht, einige Argento- und Bava-Streifen nachzudrehen. Anders als in "Amer" ist ein Sinn innerhalb der ungeordneten Bilderflut nun aber wirklich nicht mehr auszumachen. Die Chose wirkt trotz assoziativer Schnittfolgen auch nicht subliminal, sondern gerät stattdessen zum schieren Ärgernis, weil einen schnell das Gefühl beschleicht, dass das Regie-Duo Hélène Cattet und Bruno Forzani dieses Mal selbst nicht gewusst hat, was es da eigentlich macht, sondern nur die freakigen Visuals und Story-Fragmente blindwütig auf die Leinwand geklatscht hat, in der Hoffnung, dass irgendwas davon schon kleben bleiben und das Publikum aus dem Kladderadatsch selbst eine Bedeutung extrahieren wird.
3/10