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Die Fernsehpremiere über die Oster-Feiertage hat mich auf den Film aufmerksam gemacht, der schon mehrere Monate in meiner "DVD-Sammlung" ein Schattendasein führte. Die Kritiken waren durchweg jenseits von Gut und Böse, so dass ich keine großen Ansprüche an den Streifen hatte. Doch bereits nach kurzer Zeit sollte ich zum Positiven überrascht werden: Die Story, die irgendwo zwischen "Robin Hood" und "Zorro" in Irland angesiedelt ist, bietet zwar grundsätzlich nichts Neues, dennoch kann der "Abduction Club - Der Club der Entführer" der historischen Zwei-Klassen-Geschichte von Arm und Reich neue Seiten abgewinnen.

Die Geschichte befasst sich mit der Frage, wie Gentlemen ohne Geld und Besitz im 18. Jahrhundert einen sozialen Aufstieg schaffen können. Indem sie reiche Töchter entführen und in nur einer Nacht umwerben, um sie schließlich sogar zu Heirat zu gewinnen? Klingt auf den ersten Eindruck zugegebenermaßen ziemlich schwachsinnig und unrealistisch. Allerdings soll es diesen „Entführungsclub“ in Irland tatsächlich gegeben haben, wenn man den Hintergrundberichten auf der mir vorliegenden DVD glauben schenken soll. Natürlich geraten unsere beiden charmanten Hauptdarsteller in diesem Fall an zwei hartnäckige Damen aus reichem Hause, bei denen sie wirklich alle Register ihres Könnens – die ganze Palette ihrer umfangreichen Balz-Rituale - ziehen müssen, wodurch dem Film die ein oder andere aberwitzige Szene gelingt.

Ich muss zugeben, dass ich ein großer Fan von Andy Tennant’s „Auf immer und ewig“ bin, jener Verfilmung der Aschenputtel-Story, die uns seit Kindheits-Tagen zu (Freuden-)Tränen rührt. Das vorliegende Werk des relativ unbekannten Regisseurs Stefan Schwartz mag ähnlich zu Herzen gehen. Die hervorragende Besetzung aus frischen und unverbrauchten Talenten, prachtvolle historische Kostüme sowie fantastische Aufnahmen der irischen Landschaft tragen ihren Teil zum Gelingen des Films bei. Die altmodische Geschichte ist wunderbar romantisch, spannend und witzig zugleich erzählt und kann vor allem Liebhabern der o.g. Werke uneingeschränkt empfohlen werden. Meine Hochachtung!

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