Review
von Leimbacher-Mario
Kellerasselschlamassel
Ist „The Unseen“ Slasher oder Sothern Gothic, Redneck-Folter, Backwood Terror oder böse gesagt „nur“ eine erweitere „Akte X“-Folge? Wahrscheinlich von allem etwas - und darin absolut brauchbar, unterhaltsam. Wir folgen drei Freundinnen auf der Suche nach einem Hotel. Doch weil durch ein Festival alle Zimmer und Unterkünfte in der Stadt belegt sind, landet das attraktive Trio ziemlich weit am Stadtrand bei einem seltsamen Pärchen mit einem traurigen Geheimnis im Keller...
Obwohl er auch mal in der Trash-Collection gelandet ist, würde ich „The Unseen“ dort keineswegs allzu lange verorten. Viel mehr erinnert er an eine ordentlich gemachte Mischung aus „Motel Hell“, „Texas Chainsaw Massacre“ und „The Elephant Man“. Spannend aber nie zu sehr. Emotional aber nie zu sehr. Blutig aber nie zu sehr. „The Unseen“ sollte nicht ungesehen bleiben. Zumindest für Horrorfans mit Faible für die Subthemen „Grauen im Keller“, „dysfunktionale Familien“, „grauenhafte Herbergen und Gastgeber“. Die Ladies sind sehr nice anzusehen (sogar „Schrumpfkopf“ Barbara Bach), frönen gut sichtlich den damaligen „Frisuren“, das „Monster“ im Keller hat dann doch wesentlich mehr Dramatik und Facetten als man anfangs erwartet und Sydney Lassick spielt den gestörten Gastgeber mit genug Panache und Wahnsinn. Sicher kein Klassiker und alle Versatzstücke wird man irgendwo anders besser finden können - das Gesamtbild stimmt jedoch als milde Midnight Madness vergangener Tage.
Fazit: eine klassische Monster-im-Keller-Geschichte irgendwo zwischen „Castle Freak“ und „The Boogens“. 80er-Cheese, solide Produktionswerte, hübsche Ladies und ein „Ungeheuer“ zwischen ehrlichem Mitleid, unfreiwilliger Komik und emotionalem Schauer. „The Unseen“ bereut kein Horrorfan zu sehen.