"Genug gesagt" ist ein Film von Nicole Holofcener, die von sich selbst sagt sie sei eine "ausgesprochen weibliche Regisseurin". Das merkt man auch ihrem neuesten Film durchaus an, was aber niemanden "abschrecken" sollte, denn der Film ist alles andere als feministisch oder einseitig in seiner Persektive auf das Thema, das er behandelt. Es geht um menschliche Beziehungen, speziell um das Einlassen auf eine neue Partnerschaft nach einer Scheidung, aber auch allgemein um die Herausforderungen des Alltags (Beruf, Erwachsenwerden der Kinder, Midlife-Crisis, Sich-Einlassen und Loslassen, Freundschaft, Fehler machen).
Eva lernt auf einer Party Albert kennen und die beiden kommen sich näher. Auf eben dieser Party begegnet sie auch der Lyrikerin Marianne, die zunächst ihre Kundin wird (Eva betreibt eine mobile Massagepraxis), später entwickelt sich eine Freundschaft zwischen den beiden Frauen. Mit der Zeit stellt sich heraus, dass Albert Mariannes Exmann ist, was Eva aber für sich behält und was Auswirkungen auf ihre Sicht auf den neuen Partner hat... Viel mehr sei zum Inhalt nicht gesagt.
Was mich bewogen hat, diesen Film anzusehen, ist die Tatsache, dass James Gandolfini hier in einer seiner letzten Rollen zu sehen ist. Und er trägt diesen Film mit seiner unvergleichlichen Art ganz entscheidend mit. Überhaupt ist der gesamte Cast ausgesprochen gut und so wirken die Figuren dieses absolut sehenswerten Films echt, was auch für die Handlung gilt. Es gibt viele Situationen, die einem bekannt vorkommen, die zunächst schmunzeln lassen, aber auch nachdenklich stimmen.
Ich möchte "Genug gesagt" allen ans Herz legen, die Geschichten über das alltägliche Leben sowie zwischenmenschliche Beziehungen und ihre Tücken mögen. Es lohnt sich auch für alle, die James Gandolfini noch einmal dabei zusehen möchten, mit welcher Leichtigkeit er einer "Rolle" Leben einhaucht. Seine Darstellung berührt und wirkt so leicht, dass man ganz vergisst, dass hier geschauspielert wird...