Review

Reifes RomCom-Gold


Über zweite Ehen, große Liebe und dass jeder Topf nur den richtigen Deckel finden muss - selbst wenn dieser vielleicht von anderen Töpfen als unzureichend abgestempelt wurde... In „Enough Said“ trifft eine tolle Frau im mittleren Alter einen liebevollen, etwas schrulligen Mann, mit dem nach und nach unübersehbar die Funken fliegen. Bis sie herausfindet, dass er der Ex-Mann einer neuen Freundin ist, die gar nicht nett über ihn redet...

Romantische Komödien mit Protagonisten im etwas gehobenen Alter können schnell albern, gewollt und peinlich werden - bei „Enough Said“ ist das nicht der Fall, eher genau das Gegenteil. Bessere, authentischere Dialoge habe ich selten gehört. Gandolfinis Goodbye-Tour berührt einen auf mehreren Ebenen. Die Inszenierung ist ruhig und ehrlich. Die Figuren sind sympathisch (trotz/wegen ihrer Marotten), werden nie überzeichnet und das Ende passt perfekt. Der Film bleibt nicht länger als er muss. Dermaßen überzeugende, ungeschönte und reife Figuren sieht man selten aus Hollywood. Alles ist auf dem Boden geblieben und berührt ganz ohne Kitsch und Strass. Vor allem die Chemie zwischen Gandolfini und Dreyfus ist phänomenal. Aber auch sonst bietet „Enough Said“ romantisches Kino der gereiften und realistischen Extraklasse. Ein umwerfender Film in seiner Schlichtheit. Kann ich nicht laut genug loben. Totale Gönnung.
 
Fazit: Gandolfini ganz groß, Romantik ganz echt, Kino ganz fühlbar und ungewöhnlich ungeschönt. „Genug gesagt“ braucht tatsächlich nicht viele Worte. Echt stark. 

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