Oftmals warten Werwolffilme jüngeren Datums mit üblen Computerbestien auf, was den Spaß über erhofften Monsterhorror rasch trüben kann. Regisseur und Autor Brad Palmer wirkte immerhin als Make-up Artist in Streifen wie "Tribute von Panem" mit, - seine handgemachten Bluteffekte können sich im Gegensatz zum Rest des Streifens gut sehen lassen.
Die sechzehnjährige Lauren wird übers Wochenende zu ihrer Großmutter geschickt, wo der vermeintliche Krankenpfleger Albert ein Abendessen mit Rotwein kredenzt. Kurz darauf greift er Lauren an, doch die weiß sich zur Wehr zu setzen und entwickelt dabei ungeahnte Fähigkeiten...
Die Rotkäppchen-Motive sind natürlich unübersehbar, woraus das Drehbuch auch keinen Hehl macht. Die Grundidee ist passabel, allerdings gleicht die Umsetzung lange Zeit einem lahm aufgezogenen Kammerspiel. Lauren gibt sich beinahe unscheinbar, während Albert die Tucke heraushängen lässt, bis er schließlich seinen perfiden Plan in die Tat umzusetzen versucht. Anbei ermittelt noch ein Pathologie, der bereits mit einigen Frauenleichen nach Vollmondnächten zu tun hatte, während etwas später Laurens Eltern ins Spiel kommen.
Sonderlich spannend geht es nicht zur Sache, allenfalls die Auseinandersetzungen zwischen Lauren und Albert fallen einigermaßen blutig aus, wonach es einige Biss - und Fleischwunden, einen heraus getrennten Augapfel und zerfetzte Körperteile zu sehen gibt. Im Gegensatz zur Kreatur und den entsprechenden Verwandlungseffekten sehen die Gewalteinlagen durch die Bank solide aus.
Ansonsten kommt die Optik eher ein wenig amateurhaft daher, was die teils körnigen Bilder, der unsanfte Schnitt und der lieblos ausgesteuerte Score untermauern, welcher nicht allzu abwechslungsreich klingt. Die hölzernen Darbietungen nahezu sämtlicher Mimen verstärken den Eindruck des uninspirierten Skripts, lediglich der Showdown hält eine minimale Überraschung parat.
Somit können sich Werwolffreunde den Schinken sparen, zumal die Action rar gesät ist und insgesamt nicht gerade Handlungsvielfalt mit kreativer Ader geboten wird. Das billig heruntergekurbelte Werk liefert kaum Schauwerte, geizt mit nackter Haut und erotischen Anleihen, lediglich der Blutgehalt stimmt so einigermaßen.
Kaum Atmosphäre, minimale Spannungsmomente und ein nur kurz zu sehendes Monster in schwacher Aufmachung geben dem Streifen den Rest.
3,5 von 10