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1985 schrieb Orson Scott Card seinen Roman "Ender's Game". Jahrelang versuchten diverse Produzenten die Filmrechte zu kaufen, doch Card wies alle immer wieder zurück. Schlussendlich erhielt Summit Entertainment im Jahre 2011 den Zuschlag und begann mit der Umsetzung des Stoffes, den Card höchstpersönlich mehrfach in verschiedene Drehbücher umgeschrieben hatte, welches nämlich immer seine Bedingung war. Warner Bros. war auch mal dran und wollte den Stoff von Wolfgang Petersen verfilmen lassen. Wäre das doch bloß passiert, obwohl... wenn die Geschichte schon schlecht ist, wie will man das dann aufhübschen?

Warum? Nunja, "Ender's Game" fehlt es an allen Ecken und Enden. Keiner der zweifelsohne namhaften Darsteller scheint Bock auf den Mumpitz zu haben. Sei es Asa Butterfield (Hugo Cabret), der mit seinen Furby-Äuglein permanent unmotiviert durch die Atmosphäre glotzt, Abigail Breslin (Little Miss Sunshine), die sich wohl dachte, warum soll ich für so eine lausige Minirolle mein Repertoir voll ausschöpfen, oder aber die beiden Veteranen Harrison Ford (Indiana Jones, Star Wars) und Ben Kingsley (Ghandi, Haus aus Sand und Nebel), welche mit absoluter Sicherheit das depperte Drehbuch vor der Vertragsunterschrift nicht gelesen haben.

Mein Gott, das sind 2 Topstars des internationalen Kinos!? Denen kann man doch nicht ernsthaft so eine Rolle anbieten!? Das Kingsley sich auch mal in bescheuerte Fahrwasser begibt wissen wir schon seit dem Boll'schen "BloodRayne", aber Mr. Ford! - Was wollen Sie denn hier? Völlig unsympathisch, demotiviert und anscheienend das Script nicht ernst nehmend, wackelt "Han Solo" schief und dumm grinsend mit abwechselndem Grummeln durch den Streifen. Butterfield nervt rum, mit seinem durch regelmäßiges "Risiko"-spielen antrainierten Klugscheißerein und bringt so völlig verständlich die anderen Kadetten gegen sich auf. Da ist die Entwicklung von klein Ender natürlich logisch. Er wird der krasseste Kommandant aller Zeiten mit seinen 12(?) Lenzen. Alle schauen nun auf zu ihm und hören auf sein Kommando. Jaja, wie klasse das doch ist. Etwaige faschistoide Ausmaße in diesem futuristischen Quackelkram konnte ich auch ausmachen, aber darauf gehe ich einfach nicht weiter ein, sonst liest das wieder keiner.

So wird kleine Ender also befördert und darf weiter nach oben. Nun kommen die Chefs und lassen ihn Kampfübungen am Computer machen. Höchst spannend!! Dann wird er veräppelt und die letzte Prüfung ist keine Simulation. Ender killt mal eben die komplette Spezies der Insekten-Viecher "Formics" - Na, gemerkt? Der gute Mr. Card steht/stand wohl auf 50er Jahre Klassiker. "Formicula" trifft also "Starship Troopers". Selbstredend völlig gewalt- und satirefrei. Nun ist Ender also ein Killer, und das steckt der Lütsche äußerst mies weg. Nun wird geflennt und geschlurchzt was das Zeug hält. Den käsigen Schluss lasse ich besten Gewissens weg.

Die Effekte und der Score sind stinklangweilig, und die Firma, welche für die F/X zuständig bzw. verantwortlich war, ging sogar noch vor der Postproduction pleite. Klasse Voraussetzungen.

Fazit:

Völlig vergeudete Zeit. Langweilig, uninteressant und schlecht gespielt. Es gibt soviele schöne Filme dieses Genre', aber "Ender's Game" ist mal keiner davon.

1/10

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