kurz angerissen*
erstmals veröffentlicht: 08.07.2014
Eine Story gewiss nicht ohne Reiz (allerdings schreit sie verräterisch geradezu von den Dächern, dass sie einem Roman entnommen wurde), wenngleich sich die Schockwirkung des Twists aufgrund der medialen Eigenschaften des Films (dramaturgischer und laufzeittechnischer Natur) sehr in Grenzen hält; so etwas funktioniert dann doch eher in Romanform, erst recht, insofern die Konsequenzen des Twists nur oberflächlich angerissen werden. Visuell macht „Ender’s Game“ eine sehr gute Figur, die – wenn auch sehr distanziert eingefangenen – Himmelsschlachten sind kleine Kunstwerke bildfüllenden Schwirrens, Schießens und Explodierens. Nur die gelegentlichen Traum- bzw. Visionssequenzen sehen allzu sehr nach Videospiel aus, auch wenn bewusst eine gewisse Befremdlichkeit und Abstraktheit in diese Szenen getragen werden sollte. Der junge Hauptdarsteller ist immerhin schon mal kein Jayden Smith, von einer wirklich starken Leistung ist er allerdings auch noch ein Stück entfernt – was auch für sämtliche jüngere Co-Akteure gilt. Wie gut, dass man einen erfahrenen Mann wie Harrison Ford im Aufgebot weiß, der dann im späteren Verlauf auch noch von Ben Kingsley unterstützt wird. Die Beiden retten durch ihre zynischen Auftritte so manche Kohle aus dem Feuer. Insgesamt ein nettes Gedankenspiel in durchgestylten Bildern, allerdings mit vielen strukturellen und inhaltlichen Schwächen.
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