Review

Sehr geehrte OFDb-Gemeinde,

da ich selber noch nicht im Knast gesessen habe, kann ich mir nicht wirklich ein Urteil über den Alltag und die Zustände dort erlauben… und doch denke ich, dass hier eine realistischere Darstellung der Gefängnissituation gezeigt wird, als in so manchem Hollywoodstreifen.
Natürlich werden auch hier Klischees wie Lesbensex, Arschlochaufseher und Gangbildung bedient, aber das alles in einer nachvollziehbaren Art und Weise. Hier erscheint nichts „over the top“.

Die Charaktere haben alle Ecken und Kanten, machen Entwicklungen durch sind sind somit letzten Endes alle Menschen wie du und ich… sie alle suchen nach Liebe, Anerkennung oder Anschluss.

Interessant ist auch, dass sukzessive die einzelnen Schicksale der Insassen in Rückblenden erzählt wird. Das bindet den Zuschauer emotional mehr an das Geschehen. Auch die Situation der Angehörigen „draußen“ wird beleuchtet. Wie gehen sie mit der Gegebenheit um? Was passiert derweil in Ihrem Privatleben? Und auch hier muss man sagen: alles durchaus nachvollziehbar. Einige Menschen wenden sich ab, einige stehen zu ihren inhaftierten Freunden und Verwandten.

Alles in allem ist „Orange is the new black“ eine von diesen Süchtigmacherserien, bei denen man sich gerne Folge für Folge hintereinander wegschnubbelt. Gerade aus dem Grund, weil man sehr nah an die Figuren herangelassen wird.

Story: 10/10 (bezüglich der Thematik drehbuchtechnisch top. Man hätte es nicht besser machen können)
Schauspielerische Leistungen: 10/10 (mich haben ausnahmslos alle in ihren Rollen überzeugt)
Regie/Gesamteindruck: 10/10 (auch hier gibt es für mich nichts zu kritisieren)

Fazit: 10/10

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